Quartalszahlen: Versicherer Zurich profitiert von Prämienplus und erwägt Aktienrückkauf
75 Prozent der Gewinne will die Zurich Versicherung an Aktionäre ausschütten.
Foto: imago images/GeisserZürich. Die Zurich Insurance Group stellt ihren Aktionären nach einem kräftigen Prämienanstieg in den ersten neun Monaten und dank einer sehr starken Kapitalausstattung mehr Ausschüttung in Aussicht. Man erwäge, ergänzend zur Dividende einen zusätzlichen Aktienrückkauf in Betracht zu ziehen, teilte der Versicherungskonzern am Donnerstag mit. Die Entscheidung dafür solle im Februar fallen.
Das Unternehmen verfüge über eine sehr starke Kapitalposition. Die Solvenzquote gemäß Swiss Solvency Test (SST) lag Ende September bei 266 Prozent. Das ist erheblich mehr, als das Unternehmen selbst anpeilt, das mindestens 160 Prozent des benötigten Kapitals vorhalten will. Analysten hatten einer unternehmenseigenen Umfrage zufolge im Schnitt mit einer Solvenzquote von 270 Prozent gerechnet.
Die Prämieneinnahmen steigerte Europas fünftgrößter Versicherungskonzern in den ersten neun Monaten kräftig. Im Kerngeschäft Schaden- und Unfallversicherung stiegen sie gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum währungs- und akquisitionsbereinigt um neun Prozent auf 34,59 Milliarden Dollar. Auch die Lebensversicherung wuchs: Der Barwert des Neugeschäfts nahm von Januar bis September um 23 Prozent auf 12,17 Milliarden Dollar zu.
„Wir sind zuversichtlich, dass wir das Jahr erfolgreich abschließen und unsere Finanzziele für den Zeitraum von 2023 bis 2025 erreichen werden“, erklärte Finanzchef George Quinn. Zurich strebt unter anderem basierend auf dem Betriebsgewinn nach Steuern eine Eigenkapitalrendite von mehr als 20 Prozent an.
„Wir rechnen nach wie vor mit einem hohen Kapitalniveau und haben daher angekündigt, dass wir die reguläre Dividendenpolitik, die bei 75 Prozent des zugrundeliegenden Nettogewinns liegt, durch einen Rückkauf ergänzen werden“, sagte Quinn. Die Summe dieser beiden Maßnahmen solle aber maximal den Jahresgewinn betragen. Im Februar werde man Details mitteilen.
Quinn rechnet weiterhin mit dem Verkauf von mehr als 700.000 Lebensversicherungs-Policen an den Abwickler Viridium. „Wir gehen nach wie vor davon aus, dass die Transaktion abgeschlossen wird“, sagte er. „Aber es könnte etwas länger dauern, als wir ursprünglich erwartet hatten.“
Zurich und Viridium arbeiteten intensiv daran, die deutsche Finanzaufsicht Bafin davon zu überzeugen, dass die Ausgangslage gut sei, insbesondere für die Kunden des Portfolios. Insidern zufolge droht der 2022 bekanntgegebene Verkauf des Lebensversicherungs-Altbestands an Viridium wegen Bedenken der Bafin zu scheitern. Gewinnzahlen gibt das Unternehmen nur zum Halbjahr und am Jahresende bekannt.