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Südostasien Talanx verliert nach Rechtsstreit Mehrheit an Versicherungskonzern in Vietnam

Die Talanx-Tochter HDI erleidet in Vietnam eine schwere Niederlage: Sie muss auf Druck der Behörden Anteile an ihrer wichtigsten Beteiligung in Südostasien verkaufen.
28.06.2021 - 04:07 Uhr Kommentieren
Der Versicherungskonzern kämpft mit Problemen in Asien. Quelle: dpa
Talanx

Der Versicherungskonzern kämpft mit Problemen in Asien.

(Foto: dpa)

Bangkok Die Talanx-Gruppe verliert als Folge eines Rechtsstreits in Vietnam die Kontrolle über den Versicherungskonzern PVI. Auf Anordnung der vietnamesischen Wertpapieraufsicht reduzierte die Talanx-Tochter HDI ihre Beteiligung auf 38 Prozent, wie das Unternehmen am Freitag in Hannover mitteilte. Auch eine von Talanx kontrollierte Investmentgesellschaft kündigte den Verkauf von PVI-Anteilen an, womit der Konzern die Mehrheit der Stimmrechte verlieren dürfte. Zuvor hielt Talanx 56,5 Prozent der Anteile.

Die vietnamesischen Behörden hatten dem deutschen Investor Verstöße gegen das Wertpapierrecht vorgeworfen und deshalb die Rückabwicklung der Übernahme angeordnet. Für den Industrieversicherer HDI ist der Vorfall ein gravierender Rückschlag bei der Expansion in Asien. Das Engagement bei PVI – einem früheren Staatsbetrieb – beschrieben die Hannoveraner in der Vergangenheit als zentralen Bestandteil ihres Plans, Marktanteile in der Wachstumsregion Südostasien auszubauen.

Der verlorene Machtkampf bei dem vietnamesischen Versicherer stellt das Unternehmen nun vor eine neue Situation. In einer Mitteilung beteuert HDI jedoch, dass die operative Zusammenarbeit beider Unternehmen und die weitere Unterstützung von PVI bei der regionalen Expansion durch die Verringerung des Anteils nicht berührt würden.

HDI streitet Vorwürfe ab

In dem Fall ging es um die Frage, ob sich der deutsche Versicherungskonzern widerrechtlich die Kontrolle über PVI gesichert hatte – zu einem Zeitpunkt, als ausländische Investoren maximal 49 Prozent an dem Unternehmen halten durften. Im Zentrum steht dabei der Kauf einer Wandelanleihe der vietnamesischen Investmentgesellschaft Sunway im Jahr 2017, die von HDI in PVI-Anteile getauscht werden konnte.

Sunway soll laut Berichten vietnamesischer Medien zugesagt haben, seine Stimmrechte bei PVI nach Anweisung von HDI auszuüben. Damit sollen sich die Hannoveraner die Mehrheit der Stimmrechte gesichert haben.

Vietnams Wertpapieraufsicht SSC sah den Vorgang als Verschleierung der tatsächlichen Besitzverhältnisse und ordnete daraufhin den nun erfolgten Anteilsverkauf an. HDI betonte, „dass mit der Erfüllung der Auflagen der SSC keine Anerkennung der Vorwürfe verbunden ist“. Die Rechtsauffassung der lokalen Behörden teilt HDI nicht.

Man sei der Ansicht, dass eine Option aus einer Wandelanleihe nicht mit einem Eigentumsanteil an einem börsennotierten Unternehmen gleichzusetzen sei, teilte die Talanx-Tochter mit. Einen Antrag, die Auflagen bis zur endgültigen Klärung des Vorgangs aufzuschieben, habe die SSC abgelehnt. Man strebe jedoch weiterhin eine abschließende Klärung des Sachverhalts an, heißt es bei HDI.

Das Unternehmen war vor einem Jahrzehnt bei PVI eingestiegen. Um den Einfluss bei PVI gab es aber immer wieder Streit. Der deutsche Investor sah sich zeitweise unter anderem bei der Verteilung der Vorstandssitze benachteiligt. Vietnamesischen Medien zufolge wandte sich der zuständige HDI-Vorstand Jens Wohlthat in der Angelegenheit damals mit einem Protestbrief an Vietnams Premierminister.

Mehr: Vietnam positioniert sich als Alternative zu China

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