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EZBNotenbankchefs warnen vor andauerndem Inflationsschubs – „Anhebung der Zinsen ist absolut notwendig“

Auf einer Konferenz in Zypern haben EZB-Ratsmitglieder auf eine mögliche technische Rezession im Euroraum hingewiesen. Zudem müsse man eine Lohn-Preis-Spirale verhindern. 18.10.2022 - 14:49 Uhr Artikel anhören

Mehrere Währungshüter haben sich dafür ausgesprochen, dass die EZB die Zinsen in der kommenden Woche erneut um 0,75 Prozentpunkte erhöht.

Foto: dpa

Nikosia. Die Notenbankchefs von Zypern und Irland warnen vor den Gefahren einer lang anhaltenden Inflation im Euro-Raum. Die Wirtschaft steuert aus Sicht des irischen Zentralbank-Gouverneurs Gabriel Makhlouf inzwischen womöglich auf eine Rezession zu, wie er am Dienstag auf einer Finanzkonferenz in Zypern sagte.

„Der Euro-Raum ist mit einer schwierigen Kombination aus hoher Inflation und niedrigem Wirtschaftswachstum konfrontiert, einschließlich der Möglichkeit einer technischen Rezession“, führte er aus. Von einer technischen Rezession sprechen Volkswirte, wenn in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen die Wirtschaftsleistung sinkt.

Makhlouf zufolge kann aus der Geschichte die Lehre gezogen werden, dass sich solche schwierigen Lagen nur verstärken, wenn ein Gegensteuern hinausgeschoben wird. „Und eine Anhebung der Zinsen ist absolut notwendig, da eine anhaltende Inflation die konjunkturelle Stabilität angreift“, fügte er hinzu.

Nach Einschätzung seines EZB-Ratskollegen Constantinos Herodotou muss die Euro-Notenbank die Zinsen im Kampf gegen die ausufernde Inflation noch mehrere Male heraufsetzen, wie er auf der Konferenz in Zyperns Hauptstadt Nikosia erläuterte. Dabei habe die EZB ein mittelfristiges Inflationsziel. Es könne daher bis zu 18 Monate dauern, bis ihre Maßnahmen in der Wirtschaft durchschlagen, sagte er.

Herodotou warnte zudem davor, dass sich Preise und Löhne gegenseitig immer weiter hochschaukeln könnten. Diese Gefahr müssten die Währungshüter im Blick behalten, sagte er. Aktuell sei eine solche Lohn-Preis-Spirale aber nicht zu beobachten.

Die nächste Zinssitzung der EZB ist am 27. Oktober. Die Euro-Notenbank erhöhte ihre Schlüsselzinsen in diesem Sommer bereits zwei Mal um insgesamt 1,25 Prozentpunkte. Mehrere Währungshüter hatten sich zuletzt dafür ausgesprochen, dass sie nächste Woche einen weiteren sehr starken Zinsschritt nach oben wie im September um 0,75 Prozentpunkte beschließt.

rtr
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