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EZB-Report Dollar vor Euro – die europäische Währung bleibt die Nummer zwei

Trotz Corona-Pandemie gelang es dem Euro, seine internationale Position relativ stabil zu halten. Das ist nicht selbstverständlich. Der Dollar aber bleibt dominant.
02.06.2021 - 15:08 Uhr 1 Kommentar
Die europäische Gemeinschaftswährung bleibt die zweitwichtigste Währung der Welt. Quelle: dpa
Euro-Münze

Die europäische Gemeinschaftswährung bleibt die zweitwichtigste Währung der Welt.

(Foto: dpa)

Frankfurt In den vergangenen Jahren war oft von einer schwindenden Macht des US-Dollars die Rede. Doch in der Corona-Pandemie zeigt sich, dass sein Status als weltweite Leitwährung unangefochten ist. Auf dem Höhepunkt der Krise stürzten sich Investoren rund um den Globus geradezu auf die US-Währung.

In Europa gibt es hingegen starke Bestrebungen, die internationale Bedeutung des Euros zu stärken. „Der Euro muss das Gesicht und Werkzeug der neuen europäischen Souveränität werden“, formulierte schon der frühere EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker als Ziel.

Bislang schlägt sich das aber kaum in harten Zahlen nieder, wie der jährliche Report der EZB zur internationalen Rolle des Euros zeigt. Demnach hat er seine Stellung im internationalen Finanzsystem im vergangenen Jahr weitgehend stabil gehalten.

Um die Bedeutung der europäischen Währung weiter zu stärken, fehlt es aus Sicht von Experten jedoch vor allem an institutionellen Reformen wie einem gemeinsamen europäischen Kapitalmarkt.

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    Das zeigt sich in den Zahlen. Laut einem von der EZB berechneten Gesamtindex, in den verschiedene Faktoren einfließen, hatte der Euro im Jahr 2020 einen Anteil von 19 Prozent am internationalen Währungssystem. Sein Anteil an den weltweiten Währungsreserven lag bei 21,2 Prozent. Der US-Dollar kam dagegen auf einen Wert von stolzen 59 Prozent. Auch in anderen Kategorien lag die US-Währung weit vorne. Zum Beispiel wurden am meisten Fremdwährungsanleihen und Fremdwährungskredite in Dollar begeben.

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    EZB-Direktor Fabio Panetta wertete die Ergebnisse dennoch positiv. „Die Bedeutung des Euros ist in der Krise stabil geblieben. Das ist ganz anders als früher“, sagte er mit Blick auf die Erfahrungen nach der Finanzkrise (2008) und der Euro-Krise (ab 2010).

    Damals hätten Investoren am Zusammenhalt des Euro-Raums gezweifelt, was dazu führte, dass sie die Währung mieden. Die internationale Bedeutung der europäischen Währung war damals deutlich zurückgegangen und hat sich bis heute davon nicht ganz erholt.

    Ursprünglich hat die EZB eine neutrale Position zur internationalen Bedeutung des Euros vertreten. Der frühere EZB-Präsident Wim Duisenberg sagte, das Euro-System werde die Verwendung als Reservewährung weder behindern noch fördern.

    Panetta hob jedoch hervor, dass eine stärkere Bedeutung des Euros aus seiner Sicht letztlich auch dem EZB-Ziel der Preisstabilität diene. Er betonte außerdem, dass langfristig vor allem zwei Dinge die Rolle des Euros stärken: die Schaffung eines sicheren Wertpapiers für den gesamten Euro-Raum und der Aufbau eines einheitlichen Kapitalmarkts.

    Die Kapitalmarktunion ist ein Lieblingsthema der Europäer. Kaum ein führender europäischer Politiker lässt es an Bekenntnissen dazu fehlen. Sie soll nicht nur die Konsolidierung der Finanzbranche erleichtern, sondern auch dafür sorgen, dass die Märkte wirtschaftliche Risiken und Krisen besser auffangen können, die somit weniger von staatlichen oder überstaatlichen Institutionen abgefedert werden müssten.

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    Neben den Worten mangelt es allerdings an Taten. Denn tatsächlich passiert recht wenig. Es geht bei der Kapitalmarktunion nicht nur um eine Vereinheitlichung von Bestimmungen, etwa im Insolvenzrecht. Damit Investoren langfristig und stabil im Euro-Raum investieren, müssen sie vor allem die Sicherheit haben, dass ein Euro überall im Euro-Raum gleich sicher ist. Hier geht es zum Beispiel auch um die gemeinsame Versicherung der Bankeinlagen, die häufig auch unter der Überschrift „Bankenunion“ abgehandelt wird. Größere Fortschritte hat es dabei aber nicht gegeben.

    Bedeutung der Kapitalmarktunion

    Laut Panetta ist es für eine Kapitalmarktunion außerdem sehr wichtig, mehr „sichere“ Wertpapiere im Euro-Raum zu schaffen. Zurzeit spielen vor allem Bundesanleihen diese Rolle, weil die deutschen Staatsfinanzen als relativ solide gelten. Das Volumen deutscher Bonds ist aber zu gering, um wirklich die Bedürfnisse der Investoren zu befriedigen.

    In der Corona-Pandemie haben sich die EU-Staaten außerdem darauf geeinigt, dass die EU-Kommission in größerem Stil Anleihen ausgeben darf, um damit den Corona-Wiederaufbaufonds zu finanzieren. Mit ihm sollen die Mitgliedstaaten die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie bekämpfen.

    Laut EZB steigt durch die geplanten Anleihen der EU-Kommission das Volumen von sicheren Wertpapieren signifikant. Panetta wertet dies als wichtiges Signal zur Stärkung des Euros. Einen Durchbruch für den Euro erwartet er aber nicht. Der Umfang bleibe „relativ bescheiden“ im Vergleich zu den Anleihemärkten in anderen Währungsräumen.

    Zudem handele es sich um eine vorübergehende Initiative, daher sei es unwahrscheinlich, dass sich der globale Status des Euros dadurch grundlegend ändert.

    Mehr: Inflationsrate im Euro-Raum steigt auf 2,0 Prozent

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    1 Kommentar zu "EZB-Report: Dollar vor Euro – die europäische Währung bleibt die Nummer zwei"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • „Damit Investoren langfristig und stabil im Euro-Raum investieren, müssen sie vor allem die Sicherheit haben, dass ein Euro überall im Euro-Raum gleich sicher ist.“

      Die USA beweisen, dass diese Aussage nicht stimmt. Die Bonität der einzelnen US-Bundesstaaten ist sehr unterschiedlich. Wenn einer pleite geht hilft niemand.

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