François Villeroy de Galhau: „Keine Rechtfertigung für weitere Anhebung der Zinsen“
Frankreichs Notenbankchef François Villeroy de Galhau sieht die Euro-Zone im Kampf gegen die Inflation auf einem guten Weg – und lehnt weitere Zinsschritte ab.
Foto: imago images/IP3pressParis. Der französische Notenbankchef François Villeroy de Galhau hat sich gegen eine weitere Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) ausgesprochen. Derzeit gebe es „keine Rechtfertigung für eine weitere Anhebung der EZB-Zinsen“, sagte das EZB-Ratsmitglied im Interview mit dem Handelsblatt.
Die jüngsten geldpolitischen Entscheidungen würden erst mit Verzögerung ihre Wirkung entfalten, außerdem sei zuletzt bereits ein starker Anstieg bei den Langfristzinsen zu verzeichnen gewesen.
Die EZB hatte den Leitzins Mitte September um weitere 25 Basispunkte auf nunmehr 4,5 Prozent erhöht. Der zurzeit noch wichtigere Zins, den Banken für ihre Einlagen bei der EZB bekommen, stieg von 3,75 auf 4,0 Prozent. Auf diesem Niveau sollen die Zinssätze nach dem Wunsch von Villeroy de Galhau nun bis auf Weiteres verharren.
„Es wurde viel über den Gipfel der Zinssätze debattiert“, sagte der Franzose. „Nun müssen wir eher von einem Plateau sprechen, und wir werden für die notwendige Zeit auf diesem Plateau bleiben.“ Die Märkte seien etwas zu optimistisch gewesen, was eine mögliche baldige Zinssenkung angeht.