Geldpolitik: Die Woche der großen Zinssprünge
Die US-Notenbank steht unter Zugzwang.
Foto: ReutersFrankfurt. Die schwedische Notenbank hat am Dienstag sehr deutlich ihre Entschlossenheit im Kampf gegen die Inflation demonstriert: mit einer Zinsanhebung um einen vollen Prozentpunkt auf 1,75 Prozent.
Insgesamt werden in dieser Woche nach Zählung der Nachrichtenagentur Bloomberg in kurzem zeitlichen Abstand 16 Notenbanken ihre Entscheidungen bekannt geben, darunter die USA, Großbritannien, Brasilien, die Türkei, Brasilien, Indonesien, die Philippinen, Japan, die Schweiz, Norwegen, Südafrika, Ägypten und Taiwan.
Praktisch überall stellt sich das Problem, dass ein entschiedener Kampf gegen hohe Preise notwendig ist, aber die Welt zugleich sehenden Auges auf eine Rezession zusteuert.
Die Deutsche Bank hat ausgerechnet, dass die Woche zusammengerechnet rund fünf Prozentpunkte an Leitzinsanhebungen weltweit ergeben wird. Für Großbritannien zum Beispiel, wo die Wirtschaft besonders stark zwischen Inflation und drohender Rezession zerrieben wird, erwartet der Markt eine Anhebung um einen halben Prozentpunkt.
Bisher galt – zuletzt schon in den USA und bei der Europäischen Zentralbank (EZB) – eine Erhöhung um 0,75 Prozentpunkte (75 Basispunkte) bereits als ein extrem außergewöhnlicher Schritt. Aber 100 Basispunkte wie in Schweden sind mittlerweile auch für die Vereinigten Staaten nicht mehr auszuschließen; darüber wird die nationale Notenbank Fed am Mittwoch befinden.