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GeldpolitikEZB-Notenbanker Kazimir: Müssen Zinsen womöglich noch weiter erhöhen

Nachdem die EZB die Zinsen um 0,25 Prozentpunkte angehoben hatte, sieht Kazimir weitere Erhöhungen notwendig. Die Teuerung lege immer noch schleichend zu. 14.05.2023 - 16:27 Uhr Artikel anhören

EZB-Ratsmitglied Kazimir sagt, dass länger an der Zinserhöhung festgehalten werden muss als ursprünglich gedacht.

Foto: Bloomberg

Prag/Frankfurt. Die Europäische Zentralbank (EZB) wird nach Worten ihres Ratsmitglied Peter Kazimir die Zinsen womöglich länger erhöhen müssen als ursprünglich angenommen. „Ich bin überzeugt, dass wir noch weitere Sitzungen vor uns haben, auf denen wir über die Erhöhung von Zinsen entscheiden werden, und ich denke, wir werden sie weiter anheben“, sagte Kazimir in einem online veröffentlichten Interview mit der slowakischen Nachrichtenseite HN Online.SK.

Die EZB hat zuletzt sieben Mal in Folge ihre Geldpolitik gestrafft und Anfang Mai die Zinsen um 0,25 Prozentpunkte angehoben. „Es ist kein Geheimnis, dass ich angesichts der Fundamentaldaten auch mit einer Erhöhung der Zinssätze um 50 Basispunkte zufrieden wäre“, sagte Kazimir, der slowakischer Notenbankchef ist. Aber eine Erhöhung um 25 Basispunkte sei eine Rückkehr zur Normalität. „Und das bedeutet, dass wir möglicherweise länger an den Zinserhöhungen festhalten, als wir ursprünglich dachten.“

Die Gesamtinflation in der Euro-Zone sinke derzeit manchmal und steige dann wieder etwas. Aber das Wichtigste sei, dass die Kerninflation – also die um schwankungsanfällige Preise von Energie und Lebensmittel bereinigte – Teuerung immer noch schleichend zulege, betonte Kazimir. „Und das ist der Beweis dafür, dass wir ein Problem haben und dass wir das Problem noch nicht gelöst haben.“

EZB-Vizepräsident Luis de Guindos sagte der italienischen Zeitung „Il Sole 24 Ore“, die Notenbank sei bei ihrem Straffungskurs auf der Zielgeraden. „Und deshalb kehren wir zur Normalität zurück, zu 25-Basispunkt-Schritten.“ Derzeit sei die Verbesserung der Margen bei den Banken stärker als die potenziellen Verluste durch faule Kredite, weil Bankkunden ihre Darlehen womöglich nicht mehr zurückzahlen könnten.

De Guindos fügte aber hinzu: „Die Kombination aus einer sich verlangsamenden Wirtschaft und den Zinserhöhungen wird die Finanzierungskosten für die Banken erhöhen und möglicherweise auch die notleidenden Kredite.“

rtr
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