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Geldpolitik Welche Vorlage die US-Notenbank Fed der EZB liefert

Die US-Notenbank Fed forciert künftig ein flexibleres Inflationsziel. Das dürfte die Aktienkurse stützen – den Dollar allerdings schwächen.
10.09.2020 - 18:18 Uhr Kommentieren
Die US-Notenbank will ihre Strategie alle fünf Jahre überprüfen.
Fed-Chef Jerome Powell

Die US-Notenbank will ihre Strategie alle fünf Jahre überprüfen.

Frankfurt Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat abgeschlossen, was die Europäische Zentralbank (EZB) gerade erst richtig startet: eine Überprüfung ihrer Strategie. Unter der Überschrift „Die Fed hört zu“ liefen zahlreiche Veranstaltungen, die das Ziel verfolgten, mit Ökonomen und Bevölkerung in Kontakt zu kommen.

Das Ergebnis: Die Geldpolitik steuert das Inflationsziel von zwei Prozent nun weitaus flexibler an als bisher schon. Zudem legt die Fed fortan ein noch größeres Augenmerk auf Vollbeschäftigung und einen guten Arbeitsmarkt für möglichst alle Bevölkerungsgruppen.

Fed-Chef Jerome Powell hat dabei Ende August deutlich gemacht, dass er die neue Strategie als eine Anpassung an neue Rahmenbedingungen für die Geldpolitik sieht. Folgerichtig will die Notenbank künftig alle fünf Jahre ihre Strategie revidieren.

Die Überprüfung der Geldpolitik einschließlich der Vorüberlegungen dürfte einige Jahre gedauert haben. De facto könnte aus der stetigen Strategieüberprüfung ein kontinuierlicher Prozess werden.

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    Die Rahmenbedingungen haben sich für die Geldpolitik weltweit deutlich geändert. Während Notenbanken früher noch eine zu hohe Inflation zu verhindern versuchten, liegt die Inflationsrate seit der großen Finanzkrise im Jahr 2008 auf einem anhaltend niedrigen Niveau. Und durch die Corona-Pandemie ist die Inflation noch einmal gedrückt worden.

    Der Realzins sinkt

    Hinzu kommt, dass das allgemeine Zinsniveau immer weiter gesunken ist. Der Realzins der Wirtschaft, bei dem die Inflation abgezogen ist, driftet immer weiter nach unten. Weil die Inflation selbst so schwach ist, kommen die nominalen Zinsen – also die ohne Abzug der Inflation – noch stärker unter Druck.

    Die Notenbanken stoßen daher mit ihren Leitzinsen an die Nulllinie. Zum Teil sind sie – wie die EZB – mit dem entscheidenden Zinssatz gar noch etwas unter null gegangen. Die Amerikaner aber schließen das nach wie vor aus.

    Die Fed will verhindern, dass die Inflation noch weiter sinkt. Sie lässt deswegen künftig ein Überschreiten des Inflationsziels von zwei Prozent zu, wenn es zuvor unterschritten wurde. Fortan setzt die US-Notenbank also nur noch auf ein durchschnittliches Inflationsziel. Durch dieses Bekenntnis zu mehr Inflation hofft sie, zumindest ein weiteres Abrutschen zu verhindern.

    Eine weitere wichtige Veränderung betrifft den Arbeitsmarkt. Noch vor wenigen Jahren sind Experten davon ausgegangen, dass bei immer weiter sinkender Arbeitslosigkeit irgendwann Lohndruck entsteht. In den vergangenen Jahren allerdings war dieser Zusammenhang kaum noch zu erkennen. Die Fed will daher künftig erst dann reagieren, wenn sich die Inflation tatsächlich zeigt – und nicht schon vorsorglich bei einem starken Arbeitsmarkt.

    Alles in allem bedeutet die neue Strategie, dass die Zinsen in den USA noch sehr lange sehr niedrig bleiben werden. Das stützt die Aktienkurse, schwächt aber tendenziell den Dollar etwas. Die Märkte halten die Strategie offenbar für glaubwürdig – obwohl einige Ökonomen kritisieren, dass die Fed zwar eine höhere Inflation zulassen will, aber möglicherweise keine Instrumente hat, das umzusetzen.

    Mehr: Die Notenbanken sollten nicht zu sehr an ihrem Inflationsziel herumschrauben, kommentiert Handelsblatt-Redakteur Frank Wiebe.

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