Inflationsrate 2024: Wie entwickelt sich die Inflation in Deutschland?
In Deutschland erfasst das Statistische Bundesamt die Inflationsrate.
Foto: dpaDüsseldorf. Nahrungsmittel, Energie, Kleidung oder Benzin: 2023 sind die Preise um 5,9 Prozent gestiegen, teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag mit. Vor allem die Folgen der Corona-Pandemie, der Ukraine-Krieg, die Energiekrise und Lieferengpässe führten zu starken Preissteigerungen.
Und auch die jüngsten Zahlen für Dezember 2023 zeigen: Die Preise für Nahrungsmittel im Vergleich zum Vorjahresmonat liegen mit einem Plus von 3,7 Prozent weiterhin hoch. Im laufenden Jahr erwarten Experten jedoch einen deutlichen Rückgang der Inflation. Lesen Sie hier, wie sich die Inflation in Deutschland seit 2005 entwickelt hat – und was Ökonomen 2024 erwarten.
Was bedeutet Inflation?
Wörtlich heißt es die „Aufblähung“ der Preise und bedeutet, dass Verbraucher für gleiches Geld weniger Waren kaufen können. Im Alltag zeigt sich das, indem wir etwa feststellen, dass die Bahntickets teurer sind, der Benzinpreis steigt oder eben die Brötchen nicht mehr 20 Cent kosten. Sinken hingegen die Preise anhaltend, wird von einer Deflation gesprochen.
Für Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet die aktuelle Inflation: Sie müssen für Nahrungsmittel und Energie mehr zahlen als im Vorjahr.
Die Europäische Zentralbank gibt als Ziel eine Inflationsrate von rund zwei Prozent aus. Eine sehr hohe Inflationsrate bedeutet eine massive Einkommensentwertung, wodurch die Konsum- und Investitionsnachfrage geschwächt wird. Volkswirte rechneten für das Jahr 2023 im Schnitt mit einer Inflationsrate von 5,9 Prozent.
Ein Überblick der Inflationsrate in Deutschland seit 2005:
Quelle: Statista/ Statistisches Bundesamt
Wie hoch fällt die Inflation 2024 aus?
Ökonomen und Forscher erwarten im laufenden Jahr eine deutliche Abschwächung der Inflation. So prognostiziert etwa das ifo-Institut für das Jahr 2024 eine Inflationsrate hierzulande von 2,2 Prozent. Laut Einschätzung der Bundesbank soll sich die Inflation in Deutschland 2024 mehr als halbieren, auf 2,7 Prozent. „Ab Beginn des Jahres 2024 dürfte die deutsche Wirtschaft wieder auf einen Expansionspfad einschwenken und nach und nach Fahrt aufnehmen“, sagte Bundesbankpräsident Joachim Nagel.
Die Inflations-Prognosen verursachen auch Debatten über die Zinspolitik der Notenbanken. So werde die Europäische Zentralbank ihre Zinssätze laut einer Bloomberg-Umfrage unter Ökonomen in diesem Jahr viermal senken. Grund dafür: die Inflation, die schneller zurückgeht als bisher erwartet. Der Beginn der Zinssenkungen um jeweils 25 Basispunkte wird für den Juni erwartet.
Wie wird die Inflationsrate berechnet?
Die Inflationsrate ergibt sich aus dem Preis eines durch das Statistische Bundesamt definierten Produktwarenkorbs. Darin werden Dinge aufs Jahr berechnet, die wir für das tägliche Leben brauchen wie Lebensmittel, Bekleidung, Miete, Strom, Telekommunikation, Freizeitausgaben und Rohstoffe wie etwa Benzin und Heizöl sowie staatliche Gebühren und Steuern. Die Rate wird jeden Monat vom statistischen Bundesamt ermittelt.
Es ist möglich sich seine eigene Inflationsrate zu berechnen. Denn wer beispielsweise kein Auto fährt, müsste den Wert für Benzin eigentlich abziehen. Möglich ist das im persönlichen Inflationsrechner des Bundesamts für Statistik.
Dieser Artikel erschien bereits am 19. Oktober 2020 (zuletzt aktualisiert: 16.01.2024, 14:00 Uhr).