Interview: US-Ökonom Roubini: „Die Entkopplung findet längst statt“
Laut dem US-Ökonomen könnte ein bipolares Währungsregime erschaffen werden.
Foto: ReutersFragmentierung, Überschuldung, Inflation – der Blick Nouriel Roubinis auf die globale Ökonomie ist zumeist von tiefem Pessimismus geprägt. Doch der 64-Jährige ist mehr als ein berufspessimistischer „Mr Doom“, seine Stimme findet weltweit große Beachtung: Der Professor der Stern School of Business in New York sagte nicht nur das Platzen der US-Immobilienblase 2008 und die folgende Finanzkrise voraus. Er prophezeite auch korrekt den wirtschaftlichen Absturz infolge der Coronapandemie.
Herr Roubini, Europa und die USA stehen am Rande einer Rezession und leiden nach wie vor unter hohen Inflationsraten und Bankenkrisen, während China sich erholt. Erleben wir derzeit so etwas wie eine Wachablösung in der Weltwirtschaft?
Nein, so weit würde ich nicht gehen. Zwar stehen sowohl die USA als auch Europa am Rande einer Rezession. Aber auch in China gibt es große Risiken – etwa auf dem Immobilienmarkt. Und auch die hohen Schulden stellen eine nicht zu unterschätzende Bedrohung dar. Während der Jahrzehnte des rasanten Wachstums konnte die Volksrepublik die gewaltige staatliche und private Verschuldung tragen. Jetzt wird es schwierig.