Preissteigerungen: Bis zu 22,7 Prozent Inflation: Die Preise im Euro-Raum steigen stark – aber sehr unterschiedlich
Auch Grundnahrungsmittel werden immer teurer.
Foto: APFrankfurt. Die Inflationsrate im Euro-Raum hat im Juli im Vergleich zum Vorjahresmonat um 8,9 Prozent zugelegt. Das gab das europäische Statistikamt Eurostat am Freitagvormittag bekannt. Im Juni hatte die Inflation noch bei 8,6 Prozent gelegen.
Der Anstieg auf das neue Rekordhoch überrascht. Ökonomen hatten eine unveränderte Rate erwartet. In Deutschland hatte das Statistische Bundesamt einen leichten Rückgang der Inflationsrate auf 7,5 von zuvor 7,6 Prozent vermeldet. Hier wirken offenbar kurzfristige Sondereffekte wie das Neun-Euro-Ticket und der Tankrabatt.
Allerdings berechnen das Bundesamt und die europäische Statistikbehörde Eurostat die Preissteigerung unterschiedlich. Die Zusammensetzung und Anpassung der Muster-Warenkörbe, aus denen die Preissteigerungen abgeleitet werden, ist anders. Nach der harmonisierten europäischen Berechnungsweise läge die Inflation in Deutschland bei 8,5 Prozent.
So oder so ist die Inflationsrate im Euro-Raum weit höher als das von der Europäischen Zentralbank angestrebte Niveau von zwei Prozent. Der Chefvolkswirt von Berenberg, Holger Schmieding, sieht die neuen Zahlen als „einen weiteren Nackenschlag für die EZB“. Diese habe das Ausmaß des Energie- und Nahrungsmittelpreisschocks unterschätzt. „Dies ist in Europa vor allem eine Putin-Inflation.“