US-Preisdaten: Inflationsdruck in den USA nimmt wieder zu
Düsseldorf. Der Preisdruck in den USA nimmt dem von der US-Notenbank Federal Reserve bevorzugtem Inflationsmaß zufolge wieder zu. Der PCE-Index, der die privaten Ausgaben der US-Haushalte misst, ist im Oktober um 2,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Das zeigen Daten des staatlichen Bureau of Economic Analysis vom Mittwoch. Im September lag die Rate noch bei 2,1 Prozent.
Nach Veröffentlichung der Daten unterbrach der wichtigste Börsenindex S&P 500 seine Gewinnserie. Im frühen Handel in New York lag er 0,3 Prozent tiefer. Die vergangenen sieben Handelstagen hat der S&P 500 noch in Serie im Plus beendet. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab um 0,7 Prozent nach. Der Dow-Jones-Index hingegen notierte leicht höher.
„Die Daten dürften nichts an der weiteren Einschätzung des Inflationsverlaufs ändern“, sagt David Alcaly, Stratege beim Vermögensverwalter Lazard Asset Management. „Aber viele Beobachter, vermutlich auch manche bei der Fed, suchen angesichts der drohenden Zölle nach Gründen, um restriktiver zu handeln.“
Der Inflationsindikator zeigt die Preisentwicklung eines auf die persönlichen Ausgaben der US-Amerikaner zugeschnittenen Warenkorbs. Die Notenbanker rund um Fed-Chef Jerome Powell achten vor ihren Zinsentscheidungen genau auf die Entwicklung dieses Warenkorbs.
Der sogenannte PCE-Kernindex, der die schwankungsanfälligen Preise für Lebensmittel und Energie nicht berücksichtigt, ist im vergangenen Monat auf Jahressicht um 2,8 Prozent gestiegen (Monatssicht: 0,3 Prozent). Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonominnen und Ökonomen hatten mit dieser Entwicklung gerechnet.
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Die Fed hat im September damit begonnen, ihre Leitzinsen zu senken – ihr Inflationsziel liegt bei zwei Prozent. Ihre Zinswende leitete die US-Notenbank mit einem ungewöhnlich großen Zinsschritt um 50 Basispunkte nach unten ein. Im November senkte die Fed die Zinsen erneut um 25 Basispunkte. Derzeit liegen die Zinsen in der Spanne von 4,5 bis 4,75 Prozent.
Laut Daten der Terminbörse CME gehen zwei Drittel der Zinshändler davon aus, dass die Notenbank die Zinsen im Dezember um weitere 25 Basispunkte senken wird. Ein Drittel rechnet damit, dass sie unverändert bleiben.
US-Wirtschaft wächst um 2,8 Prozent
Das US-Statistikamt hat am Mittwoch zudem die erste Schätzung des Bruttoinlandsprodukts bestätigt: Die Wirtschaft der USA ist im dritten Quartal demnach im Vergleich zum Vorjahr um annualisiert 2,8 Prozent gewachsen. Die Daten zum US-BIP werden annualisiert gemessen. Die Experten des Statistikamts rechnen die Wachstumszahlen des Quartals auf ein gesamtes Jahr gemessen hoch.
Das Wirtschaftswachstum werde vom privaten Konsum der US-Amerikaner angetrieben, schreibt das Statistikamt in seiner Mitteilung. Für ihre persönlichen Ausgaben haben die Verbraucher im dritten Quartal demnach 3,5 Prozent mehr ausgegeben. In der ersten Schätzung hatte dieser Wert noch etwas höher gelegen. Zum Wachstum beigetragen haben zudem Exporte und Ausgaben der US-Regierung.
Dass die Wirtschaft nach wie vor wächst, könnte für die Fed ein Argument sein, die Zinsen nicht zu senken. Über ihr weiteres Vorgehen sind sie sich laut den Protokollen ihrer vergangenen Sitzung zufolge noch uneinig. Manche Vertreter der Fed haben angedeutet, die Zinsen nicht schnell senken zu wollen, solange das Wirtschaftswachstum intakt und der Arbeitsmarkt robust bleibt.
Zahlen des Arbeitsministeriums zufolge scheint das der Fall zu sein. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe bleiben auf einem niedrigen Niveau. Im Vergleich zur Vorwoche sind sie um 2000 zurückgegangen auf 213.000. Ökonomen hatten mit einer höheren Zahl gerechnet. In der nächsten Woche folgt der vielbeachtete Arbeitsmarktbericht auf Monatssicht.