US-Wirtschaft: „Für die Fed steht sehr viel auf dem Spiel“
New York. Lange hat die US-Wirtschaft Ökonomen und Analysten mit ihrer Robustheit überrascht. Nun ändert sich das, glaubt Seth Carpenter, Chefökonom der US-Investmentbank Morgan Stanley. Die größte Volkswirtschaft der Welt „verlangsamt sich eindeutig“, sagte Carpenter im Gespräch mit dem Handelsblatt.
Der Arbeitsmarkt entwickle sich aktuell bereits deutlich schwächer als noch vor einigen Monaten. Neue Daten belegen, dass von März 2024 bis März 2025 nur halb so viele Stellen geschaffen wurden wie zunächst angenommen. Auch die Industrieproduktion zeige erste Schwächen, so Carpenter.
Er geht davon aus, dass der US-Wirtschaft nun eine längere Phase mit geringem Wachstum bevorsteht. „Wir erwarten ein schwaches Wachstum im vierten Quartal dieses Jahres und im ersten Quartal des nächsten Jahres, gefolgt von einem nur langsamen Anstieg“, stellte er klar.
Er rechnet damit, dass die US-Wirtschaft 2026 nur um rund 1,25 Prozent wachsen wird. Das ist deutlich weniger als 2024, als die Wirtschaft um 2,8 Prozent wuchs. Für dieses Jahr halten Ökonomen ein Plus von 1,7 Prozent für realistisch.