Verbraucherpreise: US-Inflation zieht überraschend an – Geduldsprobe für die Fed
Frankfurt/New York. Das Streben nach Preisstabilität stellt die Geduld von Notenbankern und Anlegern in den USA auf die Probe. Zum wiederholten Mal haben die Statistiker eine etwas höhere Inflation gemessen, als Volkswirte erwartet hatten. Laut Arbeitsministerium ist die Inflationsrate im Februar leicht auf 3,2 Prozent gestiegen.
Die US-Notenbank strebt eine baldige Rückkehr zum Zwei-Prozent-Inflationsziel an. Sie dürfte deshalb kaum unter Zugzwang geraten, den Leitzins zügig zu senken, der derzeit in einer Spanne von 5,25 bis 5,50 Prozent liegt. Für ihre geldpolitischen Entscheidungen orientieren sich die Geldpolitiker unter anderem an der Entwicklung der Teuerungsrate.
Nach Ansicht der meisten Analysten wird die Fed die Zinswende frühestens im Juni einleiten. Auch Anleger setzen darauf. Das sei allerdings „kein Selbstläufer“, urteilt Bastian Hepperle von der Privatbank Hauck Aufhäuser Lampe angesichts der neuen Inflationsdaten.
Dax-Rekord trotz höherer US-Inflation
Die Investoren schüttelten die Zinssorgen jedoch zunächst ab. Der Leitindex Dow Jones stieg im frühen New Yorker Handel um 0,7 Prozent, und der Index der Technologiebörse Nasdaq kletterte um ein Prozent. Auch hiesige Anleger zeigen sich unbeeindruckt. Der deutsche Leitindex Dax stieg bis Handelsschluss um mehr als 1,2 Prozent auf das Rekordhoch von 17.973 Punkten. Damit ist die 18.000-Punkte-Marke in Reichweite. Der Kurs von Fed und Europäischer Zentralbank (EZB), die auf eine Zinswende im Juni zusteuert, dominiert derzeit das Geschehen an den Finanzmärkten.