Boomregion: Reichtum am Limit – Hype um den Tegernsee
Nirgendwo sonst in Deutschland ist die Dichte der Milliardäre so groß wie am Tegernsee.
Foto: ReutersTegernsee. Wenn jemand die Lage am Tegernsee erklären kann, dann Christoph von Preysing. Seit 20 Jahren leitet der Enddreißiger mit zwei Kompagnons den einzigen Fischereibetrieb am See. Und als Edelgastronom und Partymacher ist er so etwas wie der örtliche Zeremonienmeister.
„Der Tegernsee“, sagt Preysing mit leichtem Stöhnen, „ist so voll wie nie.“ Alles sei „am Limit“, so der Graf: die Parkplätze, die Immobilienpreise, der Verkehr, die Nerven. Und dann erzählt der Fischer, wie das für ihn ist, wenn er von München zurück ins heimische Tal fährt: ganz so, als betrete er eine eigene Welt, „die Käseglocke Tegernsee“.
Willkommen in Deutschlands schönster und teuerster Käseglocke, mehr als 9000 Hektar groß, im Grunde eine Kleinstadt mit 25.000 Einwohnern, 46.000 Handy-Ortungen an Sommertagen und einem See in der Mitte.
Nirgendwo sonst in Deutschland ballt sich so viel Vermögen auf einem Fleck (man errechnet leicht 100 Milliarden Euro). Nirgendwo sonst ist die Dichte der Milliardäre so groß. Nirgendwo sonst sind so viele spektakuläre Großbauprojekte unterwegs (in Summe für 700 Millionen Euro). Und nirgendwo sonst wird derart hemmungslos mit „Betongold“ spekuliert wie an dem mal geheimnisvoll grünlich, mal tief blau schimmernden See, den Berge umrahmen, als habe ein großer Regisseur Bayern als Bühnenbild erschaffen wollen.