Finanzdienstleister: Aktie von Hypoport bricht nach Prognose-Aus ein – Druck auf Immobilienbranche nimmt zu
Der Finanzdienstleister Hypoport hatte erst im September die Jahresziele kassieren müssen.
Foto: dpaDüsseldorf, Frankfurt. Die Investoren des Finanzvermittlers Hypoport haben sich am Freitag nach Rücknahme der Jahresziele in Scharen von den Papieren des Unternehmens getrennt. Die seit Monaten unter Druck stehenden Aktie brach in der Spitze um gut 39 Prozent ein.
Die im SDax notierte Firma, die einer der größten Akteure der privaten Wohnimmobilienfinanzierung ist, hatte zuvor am späten Donnerstagabend überraschend gewarnt, dass sie ihre Jahresziele deutlich verfehlen werde. Es sei nicht vorhersehbar, ob die Zurückhaltung der Verbraucher in der privaten Immobilienfinanzierung im weiteren Jahresverlauf beendet werde, hieß es.
Für die Aktionäre von Hypoport war dies eine bittere Überraschung. Noch Anfang August hatte Hypoport trotz des deutlichen Zinsanstiegs bei Immobilienkrediten an seinen Jahreszielen festgehalten und für 2022 einen Umsatz von 500 bis 540 Millionen Euro und einen operativen Gewinn (Ebit) von 51 bis 58 Millionen Euro in Aussicht gestellt.
In der Mitteilung des Unternehmens heißt es zur Begründung der Prognose-Aussetzung, dass das zweite Halbjahr bisher eine sehr schwache Nachfrage zeige. Für das dritte Quartal werde auf vorläufiger Basis mit einem Umsatz leicht unter dem Vorjahresniveau und einem ausgeglichenen Ergebnis vor Zinsen und Steuern gerechnet. Damit hinterlässt die sich abzeichnende Trendwende am deutschen Immobilienmarkt nun auch bei den Immobilienfinanzierern ihre ersten deutlichen Spuren.