Immobilien: Sanierungsspezialist Degag stellt Zahlungen an 4700 Anleger ein
Berlin. Die Anleger der Deutschen Grundbesitz Holding AG (Degag) werden vor Weihnachten eine unangenehme Botschaft im Briefkasten finden. Die Gruppe werde Zins- und Rückzahlungen für eine große Zahl ihrer Investoren „bis auf Weiteres aussetzen“. Über diesen Schritt informierte die Degag am Montag ihren Vertrieb per Mail. Das Schreiben liegt dem Handelsblatt vor. In dieser Woche sollen auch die Anleger Post erhalten.
Betroffen seien 4700 Anleger, die rund 275 Millionen Euro investiert haben, teilte Degag-Vorstand Bernd Klein auf Anfrage dem Handelsblatt mit. In den vergangenen Monaten hätten die Zahlungen jeweils im Schnitt zwischen 2,5 und vier Millionen Euro betragen. Nun fallen sie aus.
Klein wies darauf hin, dass die Degag in der Vergangenheit immer pünktlich ausgeschüttet habe. „Dies gilt auch für Provisionszahlungen. Auch diese müssen aktuell gestoppt werden“, sagte Klein.
Der Zahlungsstopp sei notwendig, weil ein großes Kreditinstitut bei der Refinanzierung des Wohnungsbestands Ende letzten Jahres abgesprungen sei. „Ein adäquater Nachfolger wurde bis heute trotz intensiver Bemühungen nicht gefunden“, sagte Klein. Eine Brückenfinanzierung sei vergangene Woche geplatzt.