Digitalisierung: Warum die USA den deutschen Proptechs um Jahre voraus sind
Der Zugang zu Kapitalquellen ist für Proptechs in den USA um einiges besser als in Deutschland.
Quelle: AP
Foto: HandelsblattDie USA gelten in vielen Branchen als Trendsetter. Wer also wissen will, wo Geschäftspotenziale von morgen schlummern, sollte seinen Blick über den Atlantik schweifen lassen. Das trifft im besonderen Maße für Immobilienprofis zu. Bei innovativen Lösungen für den Immobilienmarkt sind die USA allen anderen Ländern deutlich voraus. „Die US-Real-Estate-Tech-Szene hat in der Entwicklung einen Vorsprung von drei bis vier Jahren. Dann kommt Europa, dann Asien“, sagt Julia Arlt, Global Digital Real Estate bei PwC.
Arlts Aussage fußt auf jahrelangen Erfahrungen auf internationalen Immobilienmärkten. Die 50-Jährige hat in acht verschiedenen Ländern gelebt, diverse Unternehmen gegründet, für Venture-Capital-Fonds und Start-ups gearbeitet. Ihren MBA hat sie in Boston gemacht, an der Columbia University in New York ist sie als Dozentin regelmäßig vor Ort. Sie kennt den US-Markt also aus erster Hand.
Frische Eindrücke, was am US-Proptech-Markt momentan geschieht, hat Arlt bei der Real Estate Tech Week in New York vor wenigen Wochen gesammelt. Am auffälligsten scheint ihr die Diskrepanz zum deutschen Markt bei den Finanzierungsmöglichkeiten zu sein. In den USA gebe es mehrere milliardenschwere Venture-Capital-Fonds wie Fifth Wall oder Meta, die zudem nach einem System agieren: die einen übernehmen die Frühphasenfinanzierung (Meta), die anderen steigen erst in reiferen Unternehmensphasen (Fifth Wall) ein. Hinzu gesellen sich eine Reihe von Private-Equity-Investoren wie Blackstone oder Brookfield, die sich direkt beteiligen.