Krise: Deutsche Baubranche leidet besonders
Düsseldorf. Zur Jahresmitte war Susanne Eickermann-Riepe, Vorsitzende des European World Regional Board der RICS, mit Blick auf die deutsche Baubranche noch positiv gestimmt: Der Baustimmungsindex, den der internationale Berufsverband von Immobilienfachleuten quartalsweise erhebt, zeigte einen deutlich positiven Wert. „Wir hatten gehofft, dass der Baumarkt wieder anspringt“, sagte Eickermann-Riepe bei der Präsentation des „Global Construction Monitors“ diese Woche.
Doch die Hoffnung hat sich mit der aktuellen Erhebung, für die mehr als 3000 Fachleute weltweit befragt wurden, zerschlagen. Der Stimmungsindex für Deutschland rauschte besonders deutlich nach unten – von plus 20 auf minus 17 Punkte. Weltweit sinkt die Stimmung nur leicht und bleibt im dritten Quartal mit acht Punkten im positiven Bereich. Für Europa zeigt sich ein ähnliches Bild.
Auch die Zukunftsaussichten für die deutsche Branche sind besonders pessimistisch: In allen drei Segmenten – Wohngebäude, Nichtwohngebäude und Infrastruktur – wird für die kommenden zwölf Monate eine sinkende Arbeitsauslastung erwartet.
Das am häufigsten genannte Hindernis für die Marktaktivität sind wie in den vier vorangegangenen Quartalen die finanziellen Schwierigkeiten. 63 Prozent der Befragten weltweit nannten diesen Punkt. Der am zweithäufigsten erwähnte Faktor ist mit 54 Prozent eine unzureichende Nachfrage – der höchste Wert seit 2021. Dieser Punkt „dürfte die Branche derzeit am meisten sorgen und beeinflussen“, schlussfolgert Eickermann-Riepe.