Interview: Adler Group will noch in diesem Jahr Immobilien für eine Milliarde Euro abstoßen
Der Vorsitzende des Verwaltungsrats gibt sich im Interview mit dem Handelsblatt überzeugt, dass die Adler-Gruppe die Krise überstehen wird.
Foto: imago/sepp spieglDüsseldorf, Berlin. Keine vier Monate ist Stefan Kirsten bei der Adler-Gruppe als Vorsitzender des Verwaltungsrats im Amt, doch er dürfte in der kurzen Zeit mehr Unruhe und Stress erlebt haben als manch anderer Spitzenmanager im ganzen Jahr. Ende April fehlten nur Stunden und der Immobilienkonzern wäre in der Existenz bedroht gewesen. Nur knapp hielt Adler die Deadline zur Veröffentlichung des Jahresabschlusses 2021 ein.
Der Abschluss schockierte die Branche und Investoren trotzdem, denn die Wirtschaftsprüfer von KPMG verweigertem dem im SDax notierten Konzern das Testat.
Zudem musste Adler einen Verlust von mehr als einer Milliarde Euro ausweisen, gespeist aus massiven Wertberichtigungen beim Projektentwickler Consus.
Adler steht zusätzlich wegen Vorwürfen unter Druck, die der Leerverkäufer Fraser Perring und sein Analysehaus Viceroy im Oktober gegen den Konzern und dessen Berater Cevdet Caner erhoben. Finanzaufsicht und Staatsanwaltschaft befassen sich mit dem Unternehmen, dessen Bilanzen und Geschäften.
Verwaltungsratschef von Adler im Interview
Im Interview mit dem Handelsblatt erklärt der 61-jährige Kirsten, warum er dennoch glaubt, die Krise bei Adler in den Griff zu bekommen, und warum er sich diesen Job überhaupt antut.