Konzernumbau: Zoff bei der Commerzbank – Mitarbeiter kritisieren Homeoffice-Regeln und Boni
Nur noch 51 Prozent der Beschäftigten würden die Commerzbank Freunden und Bekannten als Finanzdienstleister weiterempfehlen.
Foto: dpaFrankfurt. Konzernumbau, Stellenstreichungen, Vorstandswechsel: Bei vielen Commerzbank-Beschäftigten ist die Stimmung schon länger schlecht. Nun sorgen nach Handelsblatt-Informationen neue Regeln zum Arbeiten aus dem Homeoffice sowie zu niedrig empfundene Bonuszahlung an außertariflich bezahlte Mitarbeiter für zusätzlichen Unmut. Zahlreiche Beschäftigte haben ihren Frust darüber auch im Intranet der Bank kundgetan.
Verdi-Gewerkschaftssekretär Stefan Wittmann, der auch im Aufsichtsrat der Commerzbank sitzt, kann den Ärger verstehen. „Die Proteste sind nachvollziehbar“, sagte er dem Handelsblatt. „Alle Beschäftigten in der Bank sollten gleichbehandelt werden.“ Deshalb sei es nicht nachvollziehbar, dass viele außertariflich bezahlte Beschäftigte im Gegensatz zum Vorstand keine oder nur relativ geringe Bonuszahlungen erhalten hätten.
„Die Mitarbeiter haben sich für das starke Geschäftsjahr 2021 genauso wie der Vorstand höhere Bonuszahlungen verdient“, sagte Wittmann. Allein Vorstandschef Manfred Knof erhielt für das vergangene Jahr eine Gesamtvergütung von 5,7 Millionen Euro.
An ihre etwa 18.000 außertariflich Beschäftigten schüttete die Commerzbank eine variable Vergütung von insgesamt rund 200 Millionen Euro aus. Das ist zwar mehr als doppelt so viel wie im Jahr zuvor, als das Institut einen Milliardenverlust gemacht hatte. Angesichts der Rückkehr in die schwarzen Zahlen und Fortschritten beim Konzernumbau hatten sich Mitarbeiter für 2021 aber eine höhere variable Vergütung erhofft.