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BörsengangCircle-Aktie löst Euphorie an der Wall Street aus

Das Papier des Stablecoin-Anbieters legte zeitweise um über 200 Prozent zu. Die Aktie profitiert von den kryptofreundlichen Initiativen von Donald Trump.Astrid Dörner 05.06.2025 - 20:11 Uhr Artikel anhören
Trader auf dem Parkett der New York Stock Exchange (Nyse) in New York. Foto: Bloomberg

New York. Es war ein Börsengang, wie ihn die Wall Street schon lange nicht mehr gesehen hat. Die Aktie des Stablecoin-Unternehmens Circle schoss am Donnerstag in den ersten Handelsminuten um über 200 Prozent nach oben.

Die Aktie eröffnete bei 69,50 Dollar, mehr als doppelt so hoch wie der IPO-Preis von 31 US-Dollar, und lag zuletzt bei rund 92 Dollar. Kurz nach Börsenstart wurde der Handel aufgrund hoher Volatilität zeitweise ausgesetzt.

Ein Stablecoin ist eine Kryptowährung, die an eine Währung wie den Dollar gekoppelt ist und nicht im Wert schwankt. Damit ist sie bei Kryptotradern beliebt, die ihr Geld in einem stabilen Token parken wollen, ohne das Krypto-Ökosystem zu verlassen. Auch wenn es darum geht, Assets wie Geldmarktfonds und Immobilien in Token umzuwandeln und handelbar zu machen, spielen Stablecoins eine wichtige Rolle. Circle ist der zweitgrößte Anbieter hinter Tether und hat nach eigenen Angaben 61 Milliarden des Stablecoins USDC im Umlauf.

Die Dollar der Nutzer parkt Circle in US-Staatsanleihen und anderen hochliquiden Assets. Die Zinsen, die das Fintech damit verdient, werden indes nicht an die Nutzer weitergereicht. Das hilft bei der Profitabilität. Circle meldete für das Geschäftsjahr 2024 einen Nettogewinn von 156 Millionen Dollar.

CEO Jeremy Allaire sieht sein Unternehmen als wichtigen Brückenbauer zwischen der Kryptowelt und der Wall Street, die sich zunehmend für digitale Währungen begeistert und von dem Boom profitieren will. „Das Internet startet ein neues Kapitel, es liefert ein Upgrade für das Finanzsystem“, sagte Allaire im US-Börsensender CNBC. Stablecoins würden dabei eine wichtige Rolle spielen.

Der Circle-Chef profitiert dabei auch von der kryptofreundlichen Haltung von US-Präsident Donald Trump. Der Republikaner hat sich bereits im Wahlkampf als „Krypto-Präsident“ inszeniert. Seine Familienunternehmen haben in den vergangenen Monaten selbst viel Geld mit Kryptoprojekten gemacht und zuletzt einen eigenen Stablecoin gestartet. Der Kongress arbeitet an einem Gesetz, das die Verwendung der stabilen Tokens genau regeln soll. Allaire zufolge würde das die Kryptobranche weiter stützen.

Donald Trump hat sein Versprechen eingelöst und agiert zum Wohlwollen der Kryptobranche. Foto: AP

Auch Tech-Investorin Cathie Wood und der weltgrößte Vermögensverwalter Blackrock haben Medienberichten zufolge in Circles Börsengang investiert. Blackrock verwaltet für Circle einen Geldmarktfonds, der 90 Prozent der USDC-Reserven hält. Der sogenannte Circle Reserve Fund hatte laut Website am 29. Mai ein Volumen von 53,3 Milliarden Dollar.

„Investoren wollen Blockchain-Technologie in ihrem Portfolio, und Circle passt in diese Kategorie“, sagt Ed Engel vom Analysehaus Compass Point. Es habe seit dem Börsengang der Krypto-Plattform Coinbase keinen großen Krypto-IPO mehr gegeben, daher gebe es viel aufgestaute Nachfrage – gerade von Profianlegern.

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Wenn eine Aktie zum Handelsstart stark steigt, ist das nicht nur ein positives Zeichen. Es zeigt, dass das Unternehmen den Ausgabepreis noch deutlich höher hätte ansetzen können, um mehr Geld von Investoren einzustreichen. Circle erhielt 1,1 Milliarden Dollar.

Der erfolgreiche Börsengang gilt an der Wall Street auch als gutes Zeichen für weitere Börsengänge. Seitdem die US-Notenbank Fed die Zinsen kräftig angehoben hatte, war die Stimmung deutlich abgekühlt. Banker hoffen schon lange darauf, dass sich dies ändert, und setzen nun vor allem auf die zweite Jahreshälfte.

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