Devisen: Dem US-Dollar droht eine längere Schwäche – mit gravierenden Folgen für die Weltwirtschaft
Die US-Währung ist aktuell am Devisenmarkt deutlich unter Druck.
Foto: dpaFrankfurt. Die Corona-Pandemie hat zu heftigen Turbulenzen am Devisenmarkt geführt. Zu Beginn der Krise legte der Dollar gegenüber fast allen Währungen deutlich zu – vor allem gegenüber denen der Schwellenländer. Spätestens seit Aussicht auf einen Impfstoff besteht, hat sich das jedoch umgekehrt. Seit Wochen verliert der Dollar auf breiter Front immer weiter an Wert.
Dabei hat er die wichtige Marke von 1,20 US-Dollar zum Euro bereits gebrochen. Besonders krass waren seine Verluste im Vergleich zum brasilianischen Real, gegenüber dem er seit Anfang November rund elf Prozent nachgegeben hat. Hinter der Entwicklung steht die Hoffnung, dass sich die Weltwirtschaft durch einen Impfstoff schnell erholt und Anleger dann verstärkt in Aktien und Anleihen außerhalb der USA investieren.
Devisenexperten rechnen für die kommenden Monate mit weiteren Verlusten für den Dollar. Die Analysten der US-Großbank Citigroup halten im Extremfall eine Abwertung um 20 Prozent gegenüber den Währungen der wichtigsten Handelspartner der USA für möglich.
„Unser Basisszenario ist, dass sich der US-Dollar in einem strukturellen Bärenmarkt befindet und mehrere Jahre lang fünf bis sieben Prozent an Wert verlieren wird,“ schreibt der Analyst Calvin Tse. Es sei jedoch auch möglich, dass die Verluste abrupter erfolgen.