Goldhandel: Anleger bangen um millionenschwere Einlagen beim Kölner Händler Bonus.Gold
In Deutschland bahnt sich ein neuer Anlegerskandal an.
Foto: imago images/Science Photo LibraryFrankfurt. In Deutschland droht ein neuer millionenschwerer Goldskandal: Der Kölner Goldhändler Bonus.Gold, bei dem Anleger Edelmetall im Wert von insgesamt rund 45 Millionen Euro investiert haben, wurde kürzlich überraschend verkauft. Seither können Anleger nach Recherchen des Handelsblatts nicht mehr auf ihre Kundenkonten zugreifen.
Ex-Chef Atakan Kaynar (22) ist seit Tagen weder für das Handelsblatt noch für Vertriebsmitarbeiter erreichbar. Zudem sorgt eine Razzia mit unklaren Hintergründen für Verunsicherung.
Bonus.Gold hatte eine Art Zins, sogenanntes „Bonusgold“ ausgelobt, wenn Kunden ihr bei der Firma gekauftes Gold dort einlagern statt es sich ausliefern zu lassen. Bis zu 22 Prozent in zwei Jahren versprach die Bonus.Gold GmbH den Anlegern. Mit diesem Versprechen verkaufte Kaynar nach eigener Auskunft rund 870 Kilogramm Gold.
Die Renditen sollten durch den Handel mit Altgold, durch Recycling und mit der Herstellung von türkischem Hochzeitsschmuck erwirtschaftet werden. Im Mai hatte Kaynar gegenüber dem Handelsblatt eingeräumt, dass der Verkauf von türkischem Hochzeitsschmuck in der Coronakrise zum Erliegen gekommen sei. Daher müsse er die Bonusgold-Zahlungen aussetzen. „Momentan können sich die Kunden das Gold nicht vollständig ausliefern lassen“, ergänzte er. Das Ziel sei aber, wieder zu den alten Renditen zurückzukommen.