Rohstoffe: Was den Kaffeepreis derzeit in die Höhe treibt
Salvador. Die Brasilianerin Vanusia Nogueira ist seit drei Jahren Generaldirektorin der Internationalen Kaffeeorganisation (ICO) in London. Die Brasilianerin ist die erste Frau an der Spitze der Organisation, die 1962 von den Vereinten Nationen gegründet worden war, um Produzenten und Käufer auf dem Kaffeemarkt an einen Tisch zu bringen.
Zuvor hatten Produktions- und Preisschwankungen immer wieder zu schweren Krisen in der Kaffeewirtschaft geführt. Die Generaldirektorin erklärt im Interview, wie sich die aktuell hohen Kaffeepreisen erklären.
Frau Nogueira, als Hauptgrund für den Anstieg der Kaffeepreise gilt die schwache Ernte in Brasilien. Ist das richtig?
Das stimmt, aber nur zum Teil. Seit vier, fünf Jahren sind die Ernten wegen Dürre und Hitze in allen Anbaugebieten der Welt geringer ausgefallen. Nicht nur in Brasilien, dem größten Kaffeeproduzenten. Auch Kolumbien, die Nummer drei weltweit, hat 2023 historisch wenig geerntet. Seit einem Jahr macht sich der Klimawandel vor allem in Asien negativ bemerkbar. In Vietnam, der Nummer zwei, aber auch in Indonesien sind die Lager leer. Die Produzenten dort mussten Kaffee aus anderen Weltregionen zukaufen, um ihre Lieferverträge zu erfüllen. Das hat die Preise in die Höhe getrieben.