Hedgefonds: Aktivistische Investoren halten sich von Deutschland fern
Frankfurt. Aktivistische Investoren halten sich mit Kampagnen gegen deutsche Unternehmen zurück. Das gilt jeweils besonders in den ersten sechs bis neun Monaten eines Jahres. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Analyse des Beratungsunternehmens Alvarez & Marsal (A&M), die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt.
Zwar verzeichnete Deutschland nach Großbritannien weiterhin die zweithöchste Anzahl aktivistischer Kampagnen in Europa, der Anteil an der Gesamtzahl ging laut der Untersuchung aber von 24 Prozent im Jahr 2024 auf 17 Prozent im Jahr 2025 deutlich zurück. 2025 wurden in Deutschland insgesamt 22 Kampagnen registriert, im Vorjahr waren es noch 42.
Aktivistische Investoren wollen oft Einfluss auf die Unternehmensstrategie nehmen und drängen auf Kostensenkungen und Teilverkäufe. Die Hedgefonds versuchen dies über öffentliche Kampagnen, bei denen sie bestimmte Geschäftsprozesse oder auch Führungspersonen kritisieren. Vielfach geschieht diese Einflussnahme aber auch über private Gespräche mit dem Management. Ziel der Großaktionäre ist es dabei, den Aktienkurs eines Unternehmens schnell zu steigern.
In Europa ist dieser Trend inzwischen insgesamt rückläufig. Die Analyse zeigt für das Jahr 2025 133 Kampagnen, während es 2024 noch 174 Kampagnen waren. Gleichzeitig nimmt der Anteil von US-Fonds als Investoren weiterhin zu. 2025 geschah das zum fünften Mal in Folge, der Anteil stieg von 33 auf 41 Prozent.