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Dax aktuell Dax schließt deutlich im Minus – Experte rät: „Anleger sollten ihr ,Beuteschema‘ ändern“

Auffällig ist dieser Tage vor allem die hohe Skepsis der institutionellen Investoren. Zudem gibt es Signale für einen langfristigen Trendwechsel an den Märkten.
23.06.2021 - 17:55 Uhr Kommentieren
Dax aktuell: Mögliche Einigung im Handelsstreit stützt den Dax Quelle: dpa
Dax-Kurve im Handelssaal in Frankfurt

Die Frankfurter Benchmark hat in diesem Jahr bereits mehrfach eine neue Bestmarke erreicht.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Am deutschen Aktienmarkt machen Anleger nach den jüngsten Kursgewinnen offenbar Kasse: Zum Handelsschluss notiert der Dax bei 15.456 Zählern – ein Minus von 1,2 Prozent. Den gestrigen Handelstag hatte der Leitindex 0,2 Prozent fester bei 15.636 Punkten beendet.

Damit rutscht der Dax aus kurzfristiger Sicht wieder deutlich unter die Marke von 15.614 Punkten. Dieser Bereich wurde im Monat Juni dreimal getestet, war also der Ausgangspunkt für Kaufinteresse. Doch in diesen Monaten, in denen sich die Profis allmählich zurückziehen und erst im September wieder vollständig präsent sind, verliert die technische Analyse oft an Bedeutung.

Die aktuelle Frage lautet: Wer will auf diesem Niveau noch kaufen? In den USA erreichte der Technologieindex Nasdaq 100 am gestrigen Dienstag mit 14.288 Zählern ein neues Rekordhoch, auch der Dow Jones legte zu. Doch von solch erfreulichen Nachrichten profitiert der Dax im Moment nicht.

„Es mangelt an einer genügend großen Zahl überzeugter Käufer, die den Dax in Richtung der 16.000 Punkten tragen könnten“, meint Thomas Altmann von QC Partners. Sämtliche neue Rekordhochs in den vergangenen Wochen liefen nach demselben Muster ab: Die neuen Bestmarken waren stets eine Einladung zu Gewinnmitnahmen.

Interessant ist derzeit der Blick auf den Optionsmarkt, der vereinfacht formuliert in den kommenden Handelstag höhere Schwankungen signalisiert. Auffällig ist vor allem die hohe Skepsis der institutionellen Investoren.

Für die Optionen, die sie typischerweise zur Absicherung ihrer Depots einsetzen, ist laut Altmann ein so hoher Aufschlag fällig wie seit elf Jahren nicht mehr. Für den Vermögensverwalter bedeutet das: „Wenn die Profis bereit sind, diesen Aufschlag zu bezahlen, dann spricht das für eine ordentliche Portion Skepsis.“

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Kommt es an den Märkten zu einem langfristigen Trendwechsel? Diese Frage beantwortet Tilmann Galler, Kapitalmarktstratege bei der US-Bank JP Morgan mit einem eindeutigen „Ja“.

Damit ist gemeint: Anleger sollten nicht mehr wie in den vergangenen zehn Jahren auf Wachstumsaktien wie beispielsweise Technologiewerte setzen, sondern eher auf Value-Papiere, also unterbewertete, eher zyklische Titel. „Anleger sollten ihr ,Beuteschema‘ ändern“, meint Galler.

Dieser Trendwechsel ist einfach erklärt: In den vergangenen Jahren gab es ein relativ schwaches Wirtschaftswachstum, viele technologische Anpassungen und niedrige Zinsen. Ein guter Nährboden für Tech-Werte. In den vergangenen elf Jahren hat sich das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der Wachstumsunternehmen mehr als verdoppelt.

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Doch die Corona-Pandemie hat vieles verändert, vor allem gibt es eine neue Fiskalpolitik. Die bislang stabilitätsorientierten Ansätze sind einer expansiven und wachstumsorientierten Fiskalpolitik gewichen. Ein kräftiges Wirtschaftswachstum samt hoher Inflation dürften die Folge sein. „Value-Aktien profitieren überproportional von dieser Entwicklung“, erläutert Galler. „Die Industrie wächst dank staatlicher Investitionsprogramme, Finanzwerten hilft die steilere Zinsstrukturkurve und der Einzelhandel profitiert von dem aufgestauten Bedürfnis nach einer realen Shopping-Erfahrung“.

Dieser Trend hin zu den Value-Werten zeigt sich auch am heutigen Handelstag: Im Nebenwerte-Index MDax liegen die Papiere des Automobilzulieferers Knorr Bremse, Pharma- und Laborzulieferer Sartorius und der Porsche-Holding vorn. Die größten Verlierer sind sogenannte Growth-Werte: Shop Apotheke, Hello Fresh und Varta.

Blick auf die Einzelwerte

Brenntag: Der Chemikalienhändler übernimmt den US-Händler für Lebensmittelinhaltsstoffe Storm Chaser (JM Swank). Der Zukauf soll im dritten Quartal über die Bühne gehen, wie Brenntag mitteilte. JM Swank mit einem Unternehmenswert von 304 Millionen Dollar setzte im vergangenen Jahr rund 500 Millionen Dollar um. „Mit dieser strategischen Akquisition verdoppelt Brenntag seine Größe in der Nahrungsmittelindustrie in der Region“, teilte Firmenchef Christian Kohlpaintner mit. Die Übernahme werde einen „bedeutenden“ Beitrag zum operativen Ergebnis (Ebitda) leisten. Die Brenntag-Aktie steigt um 0,7 Prozent.

Pernod Ricard: Die Aussichten beim französischen Getränkehersteller sorgen bei Anlegern für Champagner-Laune. Pernod-Aktien verteuern sich zeitweise um mehr als vier Prozent auf ein Rekordhoch von 187,60 Euro. Am Abend beträgt das Plus noch rund zwei Prozent. Dank der schnelleren Erholung nach der Aufhebung von Corona-Beschränkungen hat der Eigentümer von Mumm Champagner, Absolut Wodka und Martell Cognac seine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr angehoben.

Auch das Papier von Hawesko, Deutschlands größtes Handelshaus für hochwertige Weine und Champagner, steigt um knapp drei Prozent. Die Aktie notiert mit 56,40 Euro in der Nähe ihres Rekordhochs von 59,20 Euro, das vor gut einer Woche erreicht wurde.

Bitcoin notiert zeitweise über 34.000 Dollar

Der kräftige Rückschlag am Dienstag hat Anleger angelockt: Laut Daten der Website Coinmarketcap kostete der Bitcoin am Mittwoch zeitweise mehr als 34.000 Dollar, fiel dann aber wieder unter diese Marke und notierte am Abend bei 33.654 Dollar.

„Der Schnäppchenjägermarkt hat seine Pforten geöffnet“, kommentiert Timo Emden vom gleichnamigen Researchhaus diese Entwicklung. Seiner Meinung nach sollten sich diese Schnäppchenjäger nicht zu früh freuen. „Angesichts einer derart technisch überverkauften Gemengelage kommt ein postwendender Anstieg nicht allzu überraschend“.

Rede des US-Notenbankchefs sorgt für steigenden Goldpreis

Nach der Zusicherung von US-Notenbankchef Jerome Powell, nicht übereilt die Zinsen anheben zu wollen, stieg der Preis des Edelmetalls auf 1789 Dollar je Feinunze. Vergangene Woche hatten Spekulationen über erste Zinserhöhungen nach der Pandemie den Goldpreis um sechs Prozent abstürzen lassen. Bei steigenden Zinsen bieten sich Anlegern auf der Suche nach Rendite mehr Alternativen zur Gold-Anlage, die keine Zinsen abwirft, sondern nur vom Preis abhängt.

„Ein Überschreiten der 100-Tagelinie (aktuell bei 1790 Dollar) und eine Rückeroberung der Marke von 1.800 Dollar wäre aus charttechnischer Sicht wichtig und könnte das durch den Preisrückgang angekratzte Vertrauen der Anleger zurückgewinnen", meinen die Rohstoffanalysten der Commerzbank.

Was die Dax-Charttechnik sagt

Der Kursrutsch am Freitag und die anschließende Erholung hat zwei neue Erkenntnisse gebracht: Das neue Verlaufstief seit dem Rekordhoch am Montag vergangener Woche liegt nun bei 15.309 Punkten.

Als Unterstützung hat sich die 50-Tage-Linie erwiesen, die den mittelfristigen Trend vorgibt. Diese Linie verläuft aktuell bei 15.397 Punkten. Für die technischen Analysten der Bank HSBC bietet diese Glättungslinie als Stop-Loss-Marke an, ein Abgleiten unter den 50-Tages-Durchschnitt könnte tatsächlich den Grundstein für eine nennenswerte Atempause legen.

Hier geht es zur Seite mit dem Dax-Kurs, hier gibt es die aktuellen Tops & Flops im Dax.

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