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Dax aktuellDax schließt trotz Golfkrise fester über Marke von 13.300 Punkten – Varta-Kurs bricht ein

Die Golfkrise hält die Anleger in Deutschland in Atem. Gold klettert vor dem Hintergrund der Spannungen in Nahost erstmals seit 2013 über 1600 Dollar.Andreas Neuhaus und Lars Frensch 08.01.2020 - 17:55 Uhr aktualisiert

Am Nachmittag gelang dem Dax der Sprung ins Plus.

Foto: dpa

Düsseldorf. Der Dax schließt den Handelstag deutlich besser ab als befürchtet: Der Leitindex schloss bei 13.320 Punkten etwa 0,7 Prozent fester.

Am Morgen war der Dax noch 0,7 Prozent im Minus gestartet, nachdem der Iran zwei von den USA genutzte Militärstützpunkte im Irak angegriffen hatte. Danach grenzte der Dax seine Verluste ein und drehte gegen Mittag ins Plus.

Mit dem Schlusskurs notierte das Frankfurter Börsenbarometer über der Marke von 13.249 Punkten – dem Schlusskurs des abgelaufenen Jahres. Dieser ist insofern wichtig, als in der Vergangenheit häufig die Entwicklung der ersten fünf Handelstage – der sogenannte 5-Tages-Indikator – die Tendenz des Gesamtjahres vorweggenommen hat. Anleger dürften also – zumindest dem Indikator zufolge – positiv auf das Börsenjahr blicken.

Am Morgen war der Dax noch gut 100 Punkte von dieser Marke entfernt gewesen. Aus Furcht vor einer weiteren Eskalation des Konflikts im Nahen Osten hatten zuvor auch die asiatischen Börsen deutlich im Minus geschlossen.

Doch im Laufe des Tages erwies sich der Raketenangriff als weniger heftig als ursprünglich gedacht. Offensichtlich kamen keine US-Soldaten ums Leben. Diese wurden vor dem iranischen Raketenangriff gewarnt und konnten sich in Schutzbunkern in Sicherheit bringen, berichtete der US-Nachrichtensender CNN unter Berufung auf einen Angehörigen des US-Militärs.

Gegen 17.27 Uhr deutscher Zeit trat US-Präsident Donald Trump in Washington vor die Presse – drei Minuten vor Dax-Schluss. Nach dem iranischen Vergeltungsangriff auf die US-Truppen im Irak kündigte er weitere Wirtschaftssanktionen gegen den Iran an – aber keine unmittelbaren militärischen Schritte. Die USA würden Irans Aggressionen nicht unbeantwortet lassen, erklärte Trump im Weißen Haus. Zugleich sagte er, die USA wollten ihre militärische Stärke nicht anwenden.

Trump rief Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Russland und China auf, nicht mehr am Atomabkommen mit dem Iran festzuhalten. Stattdessen müssten diese Staaten gemeinsam mit den USA an einem neuen Abkommen mit dem Iran arbeiten, „das die Welt zu einem sichereren und friedlicheren Ort“ machen würde.

US-Börsen reagieren euphorisch

Trump fügte hinzu, die USA seien bereit zum Frieden, mit jedem, der das wolle. Die USA und der Iran sollten zusammenarbeiten, unter anderem im Kampf gegen den IS. Zuvor hatte Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif erklärt, sein Land strebe keinen Krieg an.

Die US-Börsen reagierten auf Trumps Rede dagegen euphorisch: Der Dow-Jones-Index der Standardwerte legte 0,5 Prozent zu, der breiter gefasste S&P 500 konnte sogar ein neues Rekordhoch erreichen.

Nervös reagierten allerdings die Rohstoffmärkte am Mittwoch auf die neuen Eskalationen im Iran-Konflikt. Zunächst stiegen die Ölpreise auf ein Viermonatshoch, die Sorte Brent aus der Nordsee verteuerte sich um bis zu 5,1 Prozent auf 71,75 Dollar je Barrel – und sank im Laufe des Tages um zwei Prozent auf 66,90 US-Dollar. Die Sorte WTI stieg zunächst auf 65,65 Dollar je Barrel an – und verlor 2,6 Prozent auf 61,11 Dollar.

Nach Angaben der Opec geht die Produktion in den irakischen Erdölanlagen ungestört weiter. Die Anlagen seien sicher, sagte Opec-Generalsekretär Mohammed Barkindo. Das sei eine „große Erleichterung“. Dem Energieminister der Vereinigten Arabischen Emirate, Suhail al-Masruei, zufolge besteht auch keine unmittelbare Gefahr für die Öltransporte durch die Straße von Hormus.

Laut Ifo-Präsident Clemens Fuest könnte es im Falle einer weiteren Eskalation zu einer „längeren Unterbrechung der Ölexporte aus der Region am Persischen Golf“ kommen. „Da dort rund ein Fünftel des weltweiten Ölangebots herkommt, würde das zu einem deutlichen Ölpreisanstieg führen, mit negativen Folgen für die europäische und deutsche Konjunktur“, warnte Fuest.

Vor dem Hintergrund der Spannungen in Nahost kaufen viele Investoren das als wertstabil geltende Gold. In der Nacht auf Mittwoch stieg der Kurs für eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) erstmals seit dem Jahr 2013 über die Marke von 1600 US-Dollar.

Für europäische Investoren war das Edelmetall mit 1443,07 Euro sogar so teuer wie noch nie. Doch auch der Goldpreis gab im Laufe des Tages knappe 0,25 Prozent ab.

Als alternative Anlage setzte Bitcoin dagegen seinen Erholungskurs fort und stieg um zeitweise mehr als fünf Prozent auf ein Zweimonatshoch von 8462,41 Dollar. Analyst David Iusow vom Brokerhaus DailyFX hält es allerdings für fraglich, ob die aktuelle Rally tatsächlich in Kontext mit den Spannungen in der Golfregion steht. Zum Tagesende lag der Bitcoin noch drei Prozent im Plus.

Blick auf die Einzelwerte

Lufthansa: Die Luftfahrtbranche leidet unter den Spannungen am Golf, die Lufthansa-Aktie verlor zeitweise bis zu zwei Prozent. Der gestiegene Ölpreis wirkt sich auch auf die Treibstoffpreise aus, die für Fluggesellschaften der größte Kostenfaktor sind.

Wirecard: Der Zahlungsdienstleister hat eine Kooperation mit dem US-Mobilfunkkonzern Sprint bekanntgegeben. Im Rahmen der Zusammenarbeit soll die Unified-Commerce-Lösung von Wirecard, mit der Einzelhändler eine zentrale Plattform für die Verwaltung aller Kundeninteraktionen nutzen, in eine Sprint-Plattform integriert werden. Die Anleger zeigten sich von der Kooperation aber unbeeindruckt, die Aktie verlor rund ein Prozent, konnte die großen Verluste aber auf minus 0,1 Prozent eindämmen.

DWS: Die Deutsche-Bank-Tochter steigt bei dem auf Künstliche Intelligenz (KI) spezialisierten Unternehmen Arabesque AI ein. Die DWS habe eine Beteiligung von 24,9 Prozent an dem aus der Fondsgesellschaft Arabesque herausgelösten Unternehmen erworben, teilte der Frankfurter Vermögensverwalter mit. Die DWS-Aktie legte rund 2,4 Prozent zu.

Varta: Nach der Kursrally der vergangenen Monate steigen Anleger bei Varta aus. Die Aktien des Batterieherstellers fielen am Mittwoch um bis zu 24 Prozent auf 89,20 Euro. Das ist der größte Kurssturz der Firmengeschichte. Im vergangenen Jahr hatten die Titel ihren Kurs allerdings fast verfünffacht. Auslöser für die Verluste war eine Commerzbank-Studie über Konkurrenzdruck für Varta. Zudem strichen einige Analysten aus Unsicherheit über einen Patentstreit mit chinesischen Herstellern ihre Kaufempfehlung.

Deutsche Euroshop: Der Shoppingcenterbetreiber gehörte mit einem Minus von bis zu sieben Prozent zu den größten Verlierern am deutschen Aktienmarkt. Der Wert des Immobilienvermögens ging 2019 mit 123 Millionen Euro doppelt so stark wie erwartet zurück.

Hamburger Hafen: Die Analysten von Exane BNP Paribas hatten zuvor die Aktie auf „underperform“ von „outperform“ heruntergestuft. Hamburger-Hafen-Papiere gaben im Frühhandel bis zu zwei Prozent nach und schlossen bei knapp 0,6 Prozent Verlust.

Das sagt die Charttechnik

Der Dax hat sich am Dienstag in der Spitze bis zur Marke von 13.284 Zählern vorgearbeitet. An diesem Mittwoch droht der deutsche Leitindex aber deutlich unter den für den mittelfristigen Trend bedeutsamen 55-Tage-Durchschnitt bei 13.115 Punkten abzurutschen, warnen die Experten der Helaba. Die nächsten Unterstützungen aus charttechnischer Sicht kämen dann in Form der auf das Tief bei 11.266 Zählern zurückgehenden Aufwärtslinie (13.029 Punkte). Weitere relevante Marken lassen sich bei 12.943, 12.886, 12.830 und 12.801 Punkten definieren.

Analystencheck: Kepler Cheuvreux stuft Cewe hoch

Das Analysehaus Kepler Cheuvreux hat die Aktien von Cewe von „buy“ auf „hold“ abgestuft. Gleichzeitig hoben die Analysten aber das Kursziel von 95 auf 107 Euro an. Nach der Kursrally als Reaktion auf die Zahlen zum dritten Quartal sei die Aktie des Fotodienstleisters nun fair bewertet, begründeten die Experten ihre neue Empfehlung in einer am Dienstag vorgelegten Studie. Seit den Quartalszahlen im November hat die Aktie mehr als 20 Prozent an Wert gewonnen.

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