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Dax aktuellKurssprung bei VW treibt den Dax an – Ceconomy-Aktie schließt 25 Prozent im Plus

Der deutsche Leitindex beendet den Handel am Dienstag deutlich über 13.300 Punkten. Im weiteren Wochenverlauf könnte es aber noch turbulent werden.Andreas Neuhaus 15.12.2020 - 17:51 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Die Frankfurter Benchmark hat in diesem Jahr bereits mehrfach eine neue Bestmarke erreicht.

Foto: dpa

Düsseldorf. Der Dax hat am Dienstag an den starken Wochenauftakt angeknüpft. Nach einem verhaltenen Beginn schloss der deutsche Leitindex am Abend ein Prozent im Plus bei 13.363 Punkten.

Dabei profitierte der Index von Kursgewinnen bei stark gewichteten Auto-Werten. An der Dax-Spitze legte VW um annähernd acht Prozent zu, gefolgt von den Konkurrenten Daimler und BMW sowie dem Zulieferer Continental mit jeweils knapp drei Prozent.

Der Kurssprung bei Deutschlands größtem Autobauer VW war dadurch ausgelöst worden, dass die Führungskrise vorerst abgewendet ist. Der Aufsichtsrat hatte am Montagabend den Neuzuschnitt und die Besetzung von Schlüsselressorts im Vorstand beschlossen, mit denen Konzernchef Herbert Diess die Transformation zu einem Technologieanbieter nach dem Vorbild des US-Elektroautobauers Tesla beschleunigen will. Dabei wurden auch konkrete Sparziele vereinbart. Seine Forderung nach einer vorzeitigen Vertragsverlängerung habe Diess fallen gelassen, hieß es aus dem Umfeld des Aufsichtsrats.

Am Gesamtmarkt sorgten frische Wirtschaftsdaten aus China für Optimismus. Sie zeigten, dass neben der Industrie auch der Einzelhandel und die Investitionen weiter zulegen.

Robuste Stimmung am Finanzmarkt festigt sich weiter

Zudem soll der Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer bald von den EU-Behörden zugelassen werden. Für den 21. Dezember sei nun eine außerordentliche Sitzung des Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der EMA geplant, teilte die Behörde mit. Damit könnten noch in diesem Jahr die ersten Menschen in Deutschland geimpft werden.

Diese Entwicklung festigte die ohnehin schon robuste Stimmung am Finanzmarkt. Schließlich notiert der Dax auf dem Niveau vom Jahresbeginn, obwohl die Corona-Neuinfektionszahlen anhaltend hoch sind, ein zweiter bundesweiter Lockdown ansteht, weitere Länder Corona-Einschränkungen ankündigen und die Bedingungen des Brexits noch immer nicht ausverhandelt sind.

„Marktteilnehmer sind sich der geld- und fiskalpolitischen Unterstützung sicher und spekulieren darauf, dass es mit den Impfungen mittel- und langfristig zu einer konjunkturellen Erholung kommen wird“, erklärten die Analysten der Helaba. „Wirtschaftliche Risiken, die es zuvor mit dem Herunterfahren des gesellschaftlichen Lebens gibt, werden mehr oder weniger ausgeblendet.“

Doch für deutlichere Kursgewinne und einen Angriff auf den Dax-Rekord bei 13.795 Punkten braucht es frische Impulse. So ist der Dax weiter in seiner Handelsspanne zwischen 13.000 und 13.450 Punkten gefangen, in der er sich mit leichten Schwankungen seit fünf Wochen bewegt.

Das tägliche Handelsvolumen ist dabei relativ gering: Im Dezember liegt es bislang im Schnitt bei knapp 66 Millionen Aktien. Zum Vergleich: Im November, als der Dax um 15 Prozent zulegte, hatte es bei 87 Millionen gelegen.

Allerdings könnte im Verlauf der Woche noch mehr Bewegung in den Aktienmarkt kommen: Am Mittwochabend entscheidet die US-Notenbank Fed über ihren weiteren Kurs. Anleger hoffen, dass die Fed zusätzliche Unterstützungen für die Wirtschaft beschließt, nachdem es im US-Kongress zwischen Republikanern und Demokraten keine Annäherungen für weitere Konjunkturhilfen gegeben hat.

Am Freitag steht zudem der große Verfallstermin an der Eurex an – Hexensabbat genannt. Dann verfallen Futures und Optionen auf Indizes sowie Optionen auf einzelne Aktien, was mitunter zu heftigen Kursausschlägen führt.

Blick auf die Einzelwerte

Munich Re: Für die Aktie des Rückversicherers ging es am Dienstag um weitere 2,4 Prozent nach oben. Die Experten von HSBC stuften die Papiere auf „buy“ von „hold“ hoch. Der neue Geschäftsplan werde sowohl die Gewinne als auch die Dividende stützen. Bereits am Montag hatten die Titel 1,5 Prozent zugelegt.

Symrise: Beim Duft- und Aromenhersteller musste kurzfristig die Produktion eingestellt werden. Grund dafür war ein Hackerangriff, über den das Handelsblatt exklusiv berichtete. Dies dürfte auf den Aktien lasten, bis das Problem gelöst sei und die Fabriken wieder liefen, sagt ein Händler. Die Aktie gaben 2,5 Prozent nach.

Ceconomy: Die Elektronik-Handelskette Media Saturn gehört künftig ganz der Muttergesellschaft Ceconomy. Der Düsseldorfer Konzern einigte sich nach jahrelangem Tauziehen mit der Media-Markt-Gründerfamilie Kellerhals auf die Übernahme der restlichen 21,6 Prozent der Anteile an Media Saturn. Dafür bekommt die Kellerhals-Familienholding Convergenta eine Beteiligung von 25,9 Prozent an Ceconomy, Wandelanleihen im Wert von 160 Millionen Euro und 130 Millionen Euro in bar. Ceconomy bezifferte den Wert der Transaktion auf Basis des aktuellen Ceconomy-Aktienkurses auf insgesamt 815 Millionen Euro.

Zudem legte Ceconomy Zahlen vor: Der Konzern verbuchte im Geschäftsjahr 2019/20 (per Ende September) nur einen leichten Umsatzrückgang von 1,8 Prozent auf 20,8 Milliarden Euro. Die Aktie schießt in der Spitze um fast 30 Prozent in die Höhe und kann bis Handelsschluss ein Plus von 25 Prozent halten.

Klöckner: Der Stahlhändler hob die operative Gewinnprognose an. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) werde vor Sondereffekten in diesem Jahr zwischen 105 und 115 Millionen Euro liegen, teilte Klöco mit. Bisher hatte das Unternehmen mit 75 bis 95 Millionen Euro gerechnet. Die verbesserten Aussichten trieben die Aktie um vier Prozent nach oben.

Warum der Euro trotz des Lockdowns nicht nachgibt

Trotz der hohen Corona-Neuinfektionszahlen im Euro-Raum und der damit einhergehenden neuen Lockdown-Maßnahmen hält sich die europäische Gemeinschaftswährung über der Marke von 1,21 Dollar. Das ist das höchste Niveau seit April 2018. Seit Anfang November hat der Euro gegenüber dem Dollar um mehr als fünf Cent aufgewertet.

Die Entwicklung zeigt laut Commerzbank-Devisenexpertin Esther Reichelt, dass weder hohe Infektionsraten noch harte realwirtschaftliche Einschnitte zwangsläufig schlecht für die Währung sind. „Entscheidend für den Euro-Dollar-Kurs ist langfristig gesehen nicht, ob ein Quartal in einem Land noch einmal schlechter ausfällt als erwartet, sondern welcher der beiden Währungsräume den durch die Corona-Pandemie erzwungenen Strukturwandel besser meistert“, erklärt Reichelt. „Das lässt sich aber noch nicht abschätzen.“

Entscheidend sei vor diesem Hintergrund die Inflation. Konsensprognosen sowie markt- und umfragebasierte Inflationserwartungen würden zeigen, dass der Anstieg der Verbraucherpreise in den USA in den kommenden Jahren höher sein wird als im Euro-Raum. Sprich: „Der Dollar verliert schneller an Kaufkraft, was sich auch in seinem Außenwert, also im Wechselkurs, widerspiegeln muss“, sagt Reichelt.

Was die Charttechnik sagt

Mit dem Handel zum Ende der vergangenen Woche wurde das Tief der rund fünfwöchigen Handelsspanne getestet. Das Dax-Tagestief am Freitag hatte bei 13.009 Punkten gelegen, nur vier Zähler über dem Tiefpunkt vom 12. November, als der Index bei 13.005 Punkten Halt fand. Die Oberseite dieser Spanne markieren 13.454 Punkte.

Bei einem Tagesschlusskurs unterhalb von 13.005 Punkten dürfte es zu einer Korrektur kommen, darunter wäre die Aufwärtskurslücke von Anfang November die nächste Anlaufstelle. Solche Lücken entstehen, wenn der höchste Stand eines Handelstags unter der tiefsten Notierung des Folgetags liegt.

Konkret: 12.596 Punkte war der höchste Stand am Freitag (6. November), 12.671 Zähler der tiefste Kurs am Montag (9. November). Diese Aufwärtskurslücke können strategische Investoren auch als Stop-Loss-Marke nutzen.

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Solange der Dax oberhalb von 12.671 Zählern bleibt, gibt es aus technischer Sicht keine Zweifel an der aktuellen Aufwärtsbewegung seit Ende Oktober, als der Dax bei 11.450 Punkten stand. Auf der Oberseite ist immer noch das bisherige Corona-Hoch mit 13.460 Punkten aus dem Monat September relevant. Das ist die höchste Notierung seit dem Corona-Crash Mitte März, als der Dax auf 8255 Punkte abrutschte.

Hier geht es zur Seite mit dem Dax-Kurs, hier gibt es die aktuellen Tops & Flops im Dax.

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