Dax aktuell: Trumps Zölle sorgen für Chaos an den Börsen
Düsseldorf, Frankfurt. Die Sorge der Anleger vor einem Handelskonflikt hat zu heftigen Turbulenzen an den Kapitalmärkten geführt. Rund um den Globus flohen Investoren aus volatileren Anlagen wie Aktien und Kryptowährungen. Mit der Drohung von drastischen Zollerhöhungen für Einfuhren aus Mexiko, Kanada und China hat US-Präsident Donald Trump Ängste vor einer Lähmung des weltweiten Wachstums ausgelöst und die Anleger tief verunsichert.
Die Turbulenzen weiteten sich von den USA rund um den Globus aus und erfassten auch die Devisen- und Rohstoffmärkte. Hierzulande knüpfte der Dax an die herben Verluste der asiatischen Börsen an und fiel zeitweise 480 Zähler bis auf 21.253 Punkte zurück. Am späten Nachmittag erholte sich der der deutsche Leitindex etwas und schloss bei 21.428 Punkten, ein Minus von 1,4 Prozent. Grund für die Erholung war eine überraschende Wende im Handelsstreit mit Mexiko.
Das mittelamerikanische Land und die USA haben die geplanten Zölle für einen Monat ausgesetzt, wie US-Präsident Donald Trump und seine mexikanische Kollegin Claudia Sheinbaum am Montag nach einem Gespräch mitteilten. Damit gibt es nun mehr Zeit für Verhandlungen. Die geplanten US-Zölle gegen Kanada und China dürften aber wie geplant am Dienstag in Kraft treten. In Europa wird befürchtet, dass zeitnah auch die EU ins Visier des US-Präsidenten gerät.
Die Nachricht von der Aussetzung der Mexkio-Zölle beruhigte auch die US-Börsen. Der Leitindex S&P-500 lag nach heftigen Verlusten zur Eröffnung am europäischen Abend nur noch mit 0,75 Prozent im Minus. Die US-Technologiebörse Nasdaq verlor bis dahin rund ein Prozent.
Allen Warnungen zum Trotz hatte Trump am Samstag per Dekret neue Zölle verkündet: 25 Prozent auf die meisten Waren aus den US-Nachbarländern Mexiko und Kanada sowie zehn Prozent auf sämtliche Importe aus China. Für kanadische Energieprodukte gilt eine Abgabe in Höhe von zehn Prozent.
Volkswirte warnten vor hohen wirtschaftlichen Schäden. Tempo und Ausmaß der Umsetzung seien „maximal aggressiv“ und „am äußersten Ende des protektionistischen Spektrums“, urteilen die Analysten von Deutsche Bank Research. Die Folgen für die Aktienmärkte seien „eindeutig negativ“. Thomas Gitzel, Chefvolkswirt bei der VP Bank in Liechtenstein, bestätigt knapp: „Zollkonflikte kennen keine Gewinner.“
Trumps jüngste Aussagen vom Wochenende deuten darauf hin, dass zeitnah Maßnahmen gegen die Europäische Union folgen. Das dürfte ebenso Zölle auf Produkte aus den USA zur Folge haben. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Börsengeschehen sowie zur Reaktion in verschiedenen Assetklassen: