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Dow Jones, Nasdaq, S&P 500 Dow und S&P 500 schließen im Plus – Aktienkurse von Biontech und Pfizer schnellen nach oben

Die Hoffnung auf einen Corona-Impfstoff treibt die Kurse an der Wall Street kräftig an. Der Dow Jones beendet den Handelstag kurz unter der Marke von 30.000 Punkten.
09.11.2020 - 23:01 Uhr Kommentieren
Positive Daten zu einem Corona-Impfstoff bewegen die Kurse vieler Aktien. Quelle: Reuters
Wall Street

Positive Daten zu einem Corona-Impfstoff bewegen die Kurse vieler Aktien.

(Foto: Reuters)

New York Positive Daten bei der entscheidenden Studie zu einem Corona-Impfstoff sorgen auch in den USA für Freudensprünge an den Börsen. Die Nachricht, wonach das Mittel der Mainzer Biontech und ihres US-Partners Pfizer das Risiko einer Corona-Infektion um 90 Prozent verringert, beflügelte am Montag die Aktienmärkte weltweit.

„Das ist die Erfolgsmeldung, auf die die Börsen sehnsüchtig gewartet haben“, sagte Timo Emden, Analyst bei Emden Research. Biontech will in der kommenden Woche einen Antrag auf Notfallzulassung in den USA einreichen, wenn genügend Daten zur Sicherheit des Mittels vorliegen. „Das ist die erste Evidenz, dass Covid-19 durch einen Impfstoff beim Menschen verhindert werden kann“, sagte Biontech-Chef Ugur Sahin zu Reuters.

Der Leitindex Dow Jones Industrial und der marktbreite S&P 500 schnellten am Montag bereits in den ersten Handelsminuten auf Höchststände. Zur Schlussglocke stand für den Dow Jones Industrial ein Gewinn von 2,95 Prozent auf 29.157,97 Punkte zu Buche. Der Leitindex hatte zuvor den Sprung über die Marke von 30.000 Zählern nur knapp verpasst. Der S&P 500 stieg um 1,17 Prozent auf 3550,50 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100 blieb dagegen mit einem Minus von 2,16 Prozent auf 11.830,39 Zähler merklich zurück.

„Die Nachricht zu dem Pfizer-Impfstoff bringt uns einen Schritt näher zu einem normalen Leben“, sagte Naeem Aslam, Chef-Marktanalyst beim Brokerhaus Avatrade. „Es gibt keine Zweifel daran, dass wir weitere gute Nachrichten bis zum Jahresende bekommen.“

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    Ein Impfstoff gilt als Hoffnungsträger, um die Corona-Pandemie zu überwinden, die bislang weltweit mehr als eine Million Menschen das Leben gekostet, die Wirtschaft zum Einbruch gebracht und das Leben von Milliarden Menschen auf den Kopf gestellt hat.

    „Gesundheitsexperten werden uns daran erinnern, dass noch ein weiter Weg mit vielen Herausforderungen vor uns liegt“, sagte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. „Aber es herrscht enormer Optimismus heute – Licht am Ende des Tunnels. Hoffen wir bloß, dass uns die Impf-Verweigerer keinen Strich durch die Rechnung machen.“

    Auch der Sieg von Joe Biden bei der Präsidentenwahl in den USA sorgte für gute Stimmung am Markt. „Für Anleger bedeutet Joe Biden weniger Unsicherheit, weniger außenpolitische Turbulenzen und die Rücknahme einiger sinnloser Gesetze“, sagte Avatrade-Experte Aslam. Außerdem trauten sie dem als Brückenbauer bekannten ehemaligen US-Vizepräsidenten zu, einen Kompromiss im Streit um das ersehnte neue zusätzliche Hilfspaket zur Abfederung der Coronavirus-Krise auszuhandeln.

    Bezeichnend war vor allem die deutliche Rotation an den Märkten: raus aus Technologieaktien und rein in Airlines, Kreuzfahrt-Konzerne und Banken. Die sogenannten „Stay-at-Home-Aktien“ waren in den vergangenen Monaten die großen Profiteure. Am Dienstag jedoch scheuten sich die Anleger nicht, hier Gewinne mitzunehmen und umzuschichten. Die Aktien des Online-Händlers Etsy verloren 17 Prozent. Die Papiere des Videokonferenz-Anbieters Zoom schlossen ebenfalls 17 Prozent im Minus. Der Streamingdienst Netflix ging mit minus 19 Prozent aus dem Handel.

    Euphorisch hoffen die Investoren nun auf eine Rückkehr in die alte Welt, in der es zu einer breiteren Erholung der Wirtschaft kommt. Weil auch die Renditen der zehnjährigen Staatsanleihen deutlich anzogen, waren auch die großen Banken wieder attraktiv. Branchenführer JP Morgan Chase und die Nummer Zwei, Bank of America, legte am Montag um jeweils 14 Prozent zu.

    Allerdings warnen Analysten vor zu viel Euphorie. Schließlich seien trotz der guten Nachrichten von Pfizer noch viele Fragen über die Effektivität des Impfstoffs offen. Es werde zudem viele Monate dauern, bis der Impfstoff für die breite Bevölkerung verfügbar sein werde und wie viele Amerikaner sich tatsächlich impfen lassen, warnte Lindsay Bell von Ally Invest.

    Blick auf die Einzelwerte

    Pfizer und Biontech: Die Fortschritte bei der Entwicklung eines Coronavirus-Impfstoffs bescheren Pfizer wie erwartet einen Kurssprung. Die Aktien des Pharmakonzerns notierten im Handelsverlauf gut acht Prozent im Plus. Die in den USA notierten Titel des deutschen Entwicklungspartners Biontech schlossen 14 Prozent im Plus.

    Aus der entscheidenden Studie mit der Impfung legten Biontech und sein US-Partner Pfizer am Montag positive Wirksamkeitsdaten vor. Demnach war das Risiko, an Covid-19 zu erkranken, für Studienteilnehmer, die den Impfstoff erhielten, um mehr als 90 Prozent geringer als ohne Impfung.

    Zahlreiche Regierungen haben sich bereits Millionen Dosen der Impfung vorab gesichert, darunter die USA, Japan und Großbritannien. Auch die Europäische Kommission hat mit dem Duo Sondierungsgespräche über den Kauf von bis zu 300 Millionen Dosen abgeschlossen. Biontech und Pfizer erwarten, in diesem Jahr weltweit bis zu 50 Millionen Impfstoffdosen auszuliefern und im kommenden Jahr bis zu 1,3 Milliarden Dosen.

    Bislang ist international noch kein Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus, an dem weltweit mehr als 1,25 Millionen Menschen gestorben sind, auf dem Markt. Ein solcher wird aber als entscheidend angesehen, um die weltweite Pandemie zu beenden.

    Russland hatte im August als weltweit erstes Land einen Impfstoff zugelassen und damit die Kritik von Experten auf sich gezogen, da dieser weniger als zwei Monate an Menschen getestet wurde. In Europa hatte die europäische Arzneimittelagentur Anfang Oktober den Einreichungsprozess für den Biontech-Impfstoff eingeläutet, um eine spätere Zulassung zu beschleunigen.

    Biogen: Größter Kursverlierer im Nasdaq-100 waren die Aktien von Biogen, sie brachen um gut 28 Prozent ein. Der US-Biotechkonzern und sein japanischer Forschungspartner Eisai haben bei ihrem Hoffnungsträger gegen die Alzheimer-Krankheit einen Rückschlag erlitten. Ein Experten-Komitee im Auftrag der US-Gesundheitsbehörde FDA sprach sich gegen eine Zulassung von Aducanumab aus.

    VF Corp: Der US-Modekonzern mit Marken wie Timberland, North Face und Vans will für 2,1 Milliarden Dollar den Streetwear-Hersteller Supreme übernehmen. Der Kaufpreis erhöhe sich beim Erreichen bestimmter Meilensteine um bis zu 300 Millionen Dollar, teilte das Unternehmen mit. Die Supreme-Anteilseigner Carlyle und Goode Partners Supreme seien verkaufsbereit, VF wolle die Übernahme noch 2020 abschließen. Die Aktie von VF Corp zog um elf Prozent an.

    McDonald's: Die US-Schnellrestaurantkette hat im dritten Quartal die Umsatz- und Gewinnschätzungen übertroffen. Der Gesamtumsatz des Konzerns lag im vergangenen Quartal um etwa zwei Prozent unter dem Vorjahreswert bei 5,42 Milliarden Dollar – und erholte sich damit weitgehend von seinem 30-prozentigen Einbruch im zweiten Quartal.

    Der Nettogewinn stieg um zehn Prozent auf 1,76 Milliarden Dollar, wozu auch die Gewinne aus dem Verkauf eines Teils der Beteiligung von McDonald's an seiner japanischen Tochtergesellschaft beitrugen. Die Aktie des Konzerns fiel um 1,5 Prozent.

    Beyond Meat: Der Fleischersatz-Hersteller hat im dritten Quartal stark unter der Coronakrise gelitten und die Erwartungen massiv verfehlt. Unterm Strich fiel ein Verlust von 19,3 Millionen Dollar (16,3 Millionen Euro) an, wie Beyond Meat am Montag nach US-Börsenschluss mitteilte. Die Erlöse des eigentlich für sein rasantes Wachstum bekannten Unternehmens legten im Jahresvergleich nur noch um magere 2,7 Prozent auf 94,4 Millionen Dollar zu. Erstmals habe die Corona-Pandemie die Quartalsergebnisse so richtig belastet, räumte Vorstandschef Ethan Brown ein.

    Am Markt war mit deutlich besseren Zahlen gerechnet worden, die Aktie brach nachbörslich zunächst um mehr als 25 Prozent ein. Der Kurs war zuvor bereits zeitweise deutlich unter Druck geraten, nachdem der Fast-Food-Riese McDonald's angekündigt hatte, unter der Marke „McPlant“ eigene vegane Burger und Sandwiches zu entwickeln, statt die Produkte von Beyond Meat ins Programm zu nehmen.

    Mehr: Warum der Dax einen Freudensprung macht.

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