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Dow Jones, Nasdaq, S&P 500Erster US-Fall des Coronavirus drückt die Wall Street ins Minus

Angesichts einer drohenden Pandemie machen einige US-Anleger Kasse. Die Boeing-Aktie rutscht durch weitere Verzögerungen ins Minus. Für IBM geht es unterdessen aufwärts.Reuters und Manuela Imre 21.01.2020 - 23:10 Uhr aktualisiert

Den USA könne eine „längere Periode“ mit niedrigem Wachstum und stagnierender Einkommen drohen, warnt Fed-Chef Powell.

Foto: AP

New York. Die Furcht vor einer Ausbreitung des Coronavirus aus China hat den Aufwärtstrend der vergangenen Tage an den US-Börsen abgebremst. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss mit einem Minus von 0,5 Prozent bei 29.196 Punkten. Der technologielastige Nasdaq gab 0,2 Prozent nach auf 9370 Zähler. Der breit gefasste S&P 500 schrumpfte um 0,3 Prozent auf 3320 Punkte. Der Dax hatte zuvor knapp im Plus bei 13.556 Zählern geschlossen.

Die US-Gesundheitsbehörde CDC gab am Nachmittag den ersten Fall des mysteriösen Coronavirus in den USA bekannt. Seit Dezember gibt es in China mehr als 300 nachgewiesene Fälle der Lungenerkrankung.

Chinesische Behörden haben bestätigt, dass bislang sechs Menschen dem Virus erlegen sind und der Erreger von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. Dies befeuerte Sorgen, es könne eine Pandemie drohen. Zudem wurden Erinnerungen an die Lungenkrankheit Sars wach. Zwischen 2002 und 2003 starben daran rund 800 Menschen. Damals bremste die Seuche das Wachstum in China.

Vor allem Aktien mit Bezug zu Reisen und Tourismus kamen unter Druck. Der S&P 1500 Fluglinien-Index fiel um 2,4 Prozent. Die Betreiber von Hotels und Casinos Las Vegas Sands Corp und Wynn Resorts Ltd. mit Geschäftsaktivitäten in China gaben um rund fünf Prozent nach. Die Muttergesellschaften der Buchungsportale Booking.com und Tripadvisor, Booking Holdings Inc. und Expedia Inc., notierten zwischen ein und zwei Prozent tiefer. Es bleibe abzuwarten, ob die Verbreitung des Coronavirus sich zu „etwas Größerem“ entwickle, sagte der Analyst Mike Loewengart von Etrade Financial.

Zudem drückte am Dienstag ein gedämpfter Ausblick des Internationalen Währungsfonds (IWF) auf das globale Wirtschaftswachstum die Stimmung. Und das, obwohl US-Präsident Donald Trump in seiner Rede in Davos frühere Ankündigungen bekräftigte, wonach die Verhandlungen über das zweite Handelsabkommen „sehr bald“ beginnen werden. Während dieser Verhandlungen würden die meisten Zölle in Kraft bleiben.

Die Umfrage der Bank of America unter den Fondsmanagern ergab, dass der Handel mit US-Technologie- und -Wachstumsaktien seit drei Monaten in Folge „extrem hoch“ sei, und prognostiziert, dass der S&P-500-Index im dritten Quartal mit 3400 seinen Höchststand erreichen wird. „Die Investoren sind optimistisch, aber nicht euphorisch“, sagte Michael Hartnett, Chef-Investmentstratege der Bank of America.

In Bezug auf den Handelsstreit zwischen China und den USA dämpft US-Finanzminister Steven Mnuchin Erwartungen an die anvisierte nächste Handelsvereinbarung zwischen den beiden Staaten. Das „Phase-2“-Abkommen werde nicht notwendigerweise ein „großer Knaller“, mit dem umgehend alle bestehenden Zölle gestrichen würden, sagte Mnuchin in einem am Dienstag veröffentlichten Interview des „Wall Street Journal“. Womöglich würden die Zölle in mehreren Schritten „der Reihe nach“ wegfallen.

Blick auf die Einzelwerte

Unter Verkaufsdruck gerieten auch die Casinobetreiber Las Vegas Sands und Wynn, die beide Glücksspiel-Hotels in der chinesischen Sonderverwaltungszone Macau betreiben. Ihre Titel verbilligten sich um bis zu 6,7 Prozent.

Investoren warfen ebenfalls US-Papiere chinesischer Firmen auf den Markt. Die Titel des Amazon-Rivalen Alibaba und des Kurznachrichtendienstes Weibo fielen um bis zu 6,5 Prozent. Die Papiere des Onlinereisebüros Trip.com brachen sogar um fast zwölf Prozent ein.

Zu den größten Verlierern gehörte die Aktie von Boeing: Der Flugzeugbauer rechnet erst im Juni oder Juli damit, dass die Aufsichtsbehörden Flugzeuge des Typs 737 Max für den Flugbetrieb wieder freigeben. Das ist deutlich später als ursprünglich erwartet. Die Boeing-Aktien gaben massiv nach und wurden zeitweise vom Handel ausgesetzt. Der Schlusskurs notierte bei einem Minus von 3,3 Prozent.

Bei den Unternehmen stehen heute Netflix und IBM im Fokus. Netflix hat zwar die Zahl seiner weltweiten Abonnenten gesteigert, jedoch auf dem nordamerikanischen Markt die Experten enttäuscht. Für das vierte Quartal gab der US-Film- und Seriendienst nach Börsenschluss 8,8 Millionen neue zahlende Kunden weltweit bekannt, mehr als die laut Refinitiv erwarteten 7,6 Millionen. Allerdings kamen in den USA nur 420.000 Abos hinzu statt wie vorhergesagt 659.600. Netflix sieht sich auf seinem Heimatmarkt inzwischen mit Angeboten von Disney und Apple konfrontiert. Die Netflix-Aktie gab nachbörslich um 1,6 Prozent nach.

Ein starkes Cloud-Geschäft hat IBM überraschend zum ersten Umsatzwachstum seit eineinhalb Jahren verholfen. Der US-Konzern gab für das vierte Quartal ein Wachstum von 21 Prozent auf 6,8 Milliarden Dollar für den Umsatz in der Sparte bekannt, die eine zentrale Rolle für die Zukunft des weltgrößten IT-Dienstleisters spielen soll. Der Gesamtumsatz sank damit nicht wie von Experten erwartet, sondern legte um 0,1 Prozent auf 21,8 Milliarden Dollar zu. Der Nettogewinn stieg auf 3,7 Milliarden Dollar. Ohne Sonderposten lag der Gewinn bei 4,71 Dollar je Aktie, während Analysten laut Refinitiv von 4,69 Dollar ausgegangen waren. Die IBM-Aktie legte nachbörslich zunächst um 4,3 Prozent zu.

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Die Halliburton-Aktie stieg um 1,5 Prozent, nachdem der Ölfeld-Dienstleister die Schätzungen für den Quartalsgewinn übertroffen hatte. Grund waren höhere Bohraktivitäten auf den internationalen Märkten.

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