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Dow Jones, Nasdaq, S&P 500Nasdaq und S&P 500 zunächst auf Rekordhoch – Impfstoff-Enttäuschung lässt Kurse fallen

Die Hoffnung auf eine schnelle Erholung der Wirtschaft sorgte zunächst für Kauf-Laune. Gekappte Impfstoff-Produktionsziele bei Pfizer machten die Gewinne aber wieder zunichte. 03.12.2020 - 23:08 Uhr Artikel anhören

Eine Händlerin auf dem Börsenparkett.

Foto: AP

Düsseldorf, New York. In der Hoffnung auf eine rasche Genesung der US-Wirtschaft von der Coronavirus-Pandemie steigen weitere Anleger in den dortigen Aktienmarkt ein. Ein Bericht über gekappte Produktionsziele für den Impfstoff der deutschen Firma BioNTech und ihres US-Partners Pfizer machten am Donnerstag die anfänglichen Gewinne der Wall Street teilweise wieder zunichte.

Der US-Standardwerteindex Dow Jones und der technologielastige Nasdaq schlossen jeweils etwa 0,3 Prozent im Plus bei 29.969,52 beziehungsweise 12.377,18 Punkten. Der breit gefasste S&P 500 gab minimal nach. Zuvor hatten die beiden Letzteren mit 12.439,02 beziehungsweise 3682,73 Zählern neue Bestmarken markiert.

Dem "Wall Street Journal" zufolge halbierte Pfizer wegen Problemen mit der Qualität von zugelieferten Grundstoffen sein Produktionsziel für den Corona-Impfstoff. Eine Stellungnahme von Pfizer lag zunächst nicht vor. Die Aktien des Pharmakonzerns fielen aber um 1,7 Prozent und die in den USA notierten Titel des Partners BioNTech um zwei Prozent.

Grundsätzlich setzten Investoren aber weiter auf baldige Massenimpfungen und eine Normalisierung des öffentlichen Lebens, sagten Börsianer. Parallel dazu mache ihnen die Bewegung im Streit um ein weiteres staatliches Hilfspaket für die US-Wirtschaft Mut. Dessen Volumen soll 908 Milliarden Dollar betragen. Die Führung der Demokraten im Kongress würde sich damit statt der zuvor geforderten rund zwei Billionen Dollar mit weniger als der Hälfte zufriedengeben.

Die Demokratin Nancy Pelosi, Sprecherin des Repräsentantenhauses, und der republikanische Mehrheitsführer des Senats, Mitch McConnell, nahmen daraufhin ihre Gespräche über neue Konjunkturhilfen wieder auf. Beide signalisierten, dass bis zum 11. Dezember eine Lösung gefunden werden soll. McConnell nannte es „ermutigend“, dass die Demokraten einen kleineren Umfang für das Konjunkturpaket angenommen hätten.

Dollar-Talfahrt geht weiter

Für die Weltleitwährung ging es dagegen erneut abwärts. "Da Investoren in Bezug auf einen Corona-Impfstoff und eine Einigung in Washington auf ein Konjunkturpaket immer optimistischer werden, ist der Dollar, die Fluchtwährung in den dunkelsten Stunden des Jahres 2020, nicht mehr so gefragt", sagte Analyst Ricardo Evangelista vom Brokerhaus ActivTrades. Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, fiel zeitweise auf 90,511 Punkte, den niedrigsten Stand seit fast drei Jahren.

Parallel dazu verfolgten Investoren aufmerksam die Verhandlungen der "Opec+", zu der neben den Mitgliedern des Exportkartells weitere Förderländer wie Russland gehören, über die Produktionsquoten. Sie einigten sich auf eine Lockerung ihrer Förderbremse. Ursprünglich wären die Förderquoten mit dem Auslaufen der aktuellen Vereinbarung zum Jahreswechsel um zwei Millionen Barrel gestiegen. Die US-Ölsorte WTI verteuerte sich um ein knappes Prozent auf 45,68 Dollar je Barrel (159 Liter).

Blick auf die Einzelwerte

Tesla: Die Analysten der US-Investmentbank Goldman Sachs haben die Tesla-Aktie von „neutral“ auf „buy“ heraufgestuft und empfehlen sie somit zum Kauf. Das Kursziel für das Papier hat die Bank von 455 auf 780 US-Dollar angehoben – eine Steigerung von 71,4 Prozent. Auch wenn Tesla das alte Kursziel bereits überholt hatte und am Mittwoch bei Börsenschluss bei 568 US-Dollar notierte, entspricht das neu aufgestellte Kursziel von Goldman Sachs immer noch einer Steigerung von 37 Prozent im Vergleich zum aktuellen Kurs.

Der Wechsel hin zur E-Mobilität gewinne an Dynamik, schrieb Analyst Mark Delaney in einer am Donnerstag vorliegenden Studie. Die Transformation dürfte sich noch schneller vollziehen als gedacht. Am Donnerstag legte die Tesla-Aktie 4,3 Prozent zu.

Walgreens: Zum Spitzenreiter im Dow wurden die Papiere der Apotheken- und Drogeriekette Walgreens Boots Alliance, die um 7,5 Prozent anzogen. Am Vortag hieß es, das Unternehmen bereite sich US-weit auf die Verabreichung von Corona-Impfstoffen vor. Die davon ausgelöste Rally ging nun weiter. Über der charttechnisch relevanten 200-Tage-Durchschnittslinie zeigten sie neuen Schwung.

Snowflake: Die Aktien des Börsenneulings Snowflake verzeichneten einen Kurssprung um 16 Prozent, zwischenzeitlich reichte es sogar mit 343 Dollar für eine Bestmarke. Analysten lobten den Umsatzanstieg des Softwareentwicklers. Ein zunächst auf enttäuschte Stimmen gestoßener Umsatzausblick wurde von Experten als konservativ bezeichnet.

Zscaler: Die Papiere von Zscaler verbuchten mit einem Plus von zeitweise knapp 30 Prozent einen der größten Kurssprünge der Firmengeschichte und waren mit 189,64 Dollar so teuer wie nie. Sowohl das Quartalsergebnis des Spezialisten für die Sicherheit von Daten in der Cloud als auch der Ausblick hätten die hohen Erwartungen noch übertroffen, lobte Analyst Gray Powell vom Brokerhaus BTIG. Allerdings sei die Aktie bereits recht teuer.

Boeing: Zu den Favoriten am US-Aktienmarkt gehörte Boeing mit einem Kursplus von sechs Prozent. Das seit Anfang 2019 mit einem Startverbot belegte Modell 737 MAX war am Mittwoch erstmals nach der Freigabe durch die US-Flugaufsichtsbehörde FAA mit Medienvertretern an Bord gestartet. Am 29. Dezember soll dieser Maschinentyp wieder in den Passagierflugbetrieb zurückkehren. Dies gibt auch Boeing-Zulieferern wie Hexcel, Triumph, TransDigm und Heico Auftrieb. Ihre Titel gewannen bis zu sieben Prozent.

AMC: Für AMC ging es dagegen abwärts. Die Aktien der weltgrößten Kinokette fielen um 16 Prozent, nachdem das Filmstudio Warner Bros. angekündigt hatte, im kommenden Jahr Filme wie "Dune" oder "Matrix" gleichzeitig in den Kinos und dem konzerneigenen Streaming-Dienst HBO Max debütieren zu lassen.

Kroger: Auf die Zahlen des Einzelhändlers Kroger war das Feedback weniger gut, hier fielen die Papiere am Donnerstag um 4,4 Prozent. Bei der Supermarktkette hieß es, der Ausblick deute darauf hin, dass das in Zeiten der Pandemie erzielte Umsatzwachstum nicht von Dauer sein könnte

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