US-Börsen: Dow Jones schließt mit größtem Plus seit 1933
Düsseldorf. Die Hinweise auf eine politische Einigung im Streit um das zwei Billionen Dollar schwere Konjunkturpaket haben den Aktienkursen in den USA am Dienstag kräftig Auftrieb gegeben. Der Dow Jones Industrial schloss 11,4 Prozent fester bei 20.704,91 Punkten. Es war der größte Anstieg seit 1933. Noch am gestrigen Montag war er auf den tiefsten Stand seit November 2016 gefallen.
Der marktbreite S&P 500 legte 9,4 Prozent auf 2447 Punkte zu. Der technologielastige Nasdaq Composite stieg um 8,1 Prozent auf 7417 Punkte.
Die Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, Nanci Pelosi, äußerte sich im Sender MSNBC zuversichtlich, dass es noch am Dienstag zu einer Einigung auf ein Konjunkturpaket im Kampf gegen die Folgen der Coronavirus-Pandemie komme. Eine Abstimmung könne sich möglicherweise aber bis Mittwoch verzögern. Zum Börsenschluss in New York ließ die Einigung noch auf sich warten.
Händler setzten mit einem Tag Verzögerung zudem darauf, dass die beschlossenen Maßnahmen der US-Zentralbank die wirtschaftlichen Probleme etwas lindern. Doch für eine länger anhaltende Erholung müssten erst die Zahlen der neuen Covid-19-Fälle zurückgehen.
Ein separater Vorschlag der Demokraten im US-Repräsentantenhaus, Fluggesellschaften und Auftragnehmern eine Rettungsaktion in Höhe von 32 Milliarden Dollar zu gewähren, half den entsprechenden Aktien. Die Kurse von American Airlines legten über 35 Prozent zu, Delta Airlines und United Airlines nahmen mit je mehr als 20 Prozent ebenfalls deutlich Fahrt auf. American Airlines glich zwischenzeitlich sogar die Verluste der vergangenen Woche wieder vollständig aus.
Die Boeing-Aktie legte 20,9 Prozent zu und war damit einer der größten Gewinner im Dow-Jones-Index.
Nike hat seinen Umsatz im dritten Quartal stärker als von Analysten erwartet gesteigert. Die Erlöse kletterten um 5,1 Prozent auf 10,10 Milliarden Dollar, wie der Adidas-Rivale mitteilte. Analysten hatten im Durchschnitt nur mit 9,80 Milliarden Dollar gerechnet. Nike führte den Umsatzanstieg auf die hohe Nachfrage in Nordamerika und Europa zurück. In Nordamerika kletterte der Umsatz um vier Prozent und in Europa sogar um elf Prozent. Der Überschuss sei dagegen auf 847 Millionen Dollar von 1,10 Milliarden Dollar im Vorjahr gesunken. Grund seien unter anderen die Ladenschließungen in China wegen der Coronavirus-Pandemie gewesen.
Der Kurs der US-Großbank Goldman Sachs gewann 13,8 Prozent, bei JP Morgan erreichten die Papiere ein Plus von fast zwölf Prozent. Beide Finanzinstitute profitierten von den steigenden Renditen der US-Staatsanleihen.
Der US-Ölkonzern Chevron hat wegen des Preisverfalls und der Belastungen durch die Coronakrise seine Investitionen eingedampft. Statt der vorgesehenen 20 Milliarden Dollar sollen nun noch 16 Milliarden ausgegeben werden. Zudem setzt der Konzern sein Aktienrückkaufprogramm aus. Ähnliche Maßnahmen hatten zuvor schon die Rivalen Shell und Total angekündigt.
Mit Agenturmaterial.