Waffenhersteller: Wie Wirecards Ex-Finanzvorstand bei der Übernahme von Heckler & Koch half
Heckler & Koch ist seit Jahren der Hauslieferant der Bundeswehr.
Foto: dpaBerlin, Düsseldorf. Der Treffpunkt hätte kaum diskreter sein können. Ein Gang hinter der Münchner Käfer-Schänke führt zur „Tabakstube“. Das Séparée ist so klein, dass nur drei Gäste Platz darin finden. Kostbare Pfeifen, alte Reklameschilder und holzgetäfelte Wände sollen für „eine intime Atmosphäre“ sorgen, heißt es auf der Website des Gourmet-Restaurants.
Am 14. Oktober 2019 besprachen hier drei Männer zwei Stunden lang eines der heikelsten Rüstungsgeschäfte der vergangenen Jahre: die Übernahme des Oberndorfer Waffenherstellers Heckler & Koch. Angereist waren der ehemalige Wirecard-Finanzvorstand Burkhard Ley (61), der frühere Geheimdienstkoordinator Klaus-Dieter Fritsche (67) und der französische Großinvestor Nicolas Walewski (55).
Der Franzose wollte die Waffenschmiede übernehmen und suchte nach Kandidaten für den Aufsichtsrat. Ley, der zu dem Zeitpunkt als Berater für Wirecard tätig war, hatte Ex-Staatssekretär Fritsche vorgeschlagen. Der hatte erst zwei Monate zuvor einen Lobbyisten- und Beratervertrag bei dem Konzern in Aschheim unterschrieben.
Heckler & Koch war damals ein Sorgenkind der deutschen Rüstungswirtschaft. Das Geschäftsjahr 2018 endete mit einem Minus von acht Millionen Euro. Auf dem Unternehmen lastete ein Schuldenberg von 230 Millionen Euro. Einer der großen Kreditgeber im Hintergrund soll Walewski gewesen sein.