Frank Mastiaux, Vorstandschef EnBW: „Menschen für Veränderungen gewinnen“
Der Vorstandschef des Energiekonzerns EnBW Energie Baden-Württemberg AG traf am Mädchengymnasium St. Agnes in Stuttgart Schülerinnen aus dem Wirtschaftskurs der 11. Klasse.
Foto: Jürgen Altmann für HandelsblattWie wirkt sich die Digitalisierung auf Ihre Branche und die EnBW aus?
Große Unternehmen lernen von dem, was die kleineren Start-Ups in Sachen Digitalisierung schon bei sich etabliert haben. Aber die Unternehmen ziehen jetzt nach. Wir haben aktuell über 160 Initiativen im Haus, die sich damit befassen, die Digitalisierung in unseren Arbeitsalltag zu integrieren. Das reicht von digitalen Produkten wie etwa unsere EnBW Mobility+ App oder Solar+, einer intelligenten Verknüpfung von Solaranlage und Speicher, über Arbeitsmittel, die wir zur Verfügung stellen, bis hin zu Prozessen, die von manuell auf digital umgestellt werden. Ich denke, die Digitalisierung wird vor allem unsere Art zu arbeiten verändern. Ein Beispiel: Fuhren unsere Monteure früher mit Stadtkarte und einem dicken technischen Handbuch zu einer Schaltanlage, lotst sie heute ein Navi, und die Betriebsanleitung bekommen sie demnächst über eine Datenbrille eingespielt, so dass sie die Hände zum Arbeiten frei haben. Geblättert wird per Augenzwinkern. Die größte Herausforderung wird sein, Menschen, die schon lange im Beruf stehen, für solche Veränderungen im Arbeitsablauf zu gewinnen. Zudem müssen wir ein Auge auf unseren Informationsfluss haben: Je mehr wir auf die Interaktion zwischen Mensch und Maschine setzen, desto weniger Interaktion gibt es zwischen Menschen. Man wundert sich, wie viel Gutes entsteht, wenn Menschen miteinander reden.