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GastkommentarAußenwirtschaft – der blinde Fleck der Politik

Angesichts geopolitischer Veränderungen wird die Vernachlässigung der deutschen Ex- und Importstrategie zum Wohlstandsrisiko, analysieren Gabriel Felbermayr und Stefan Liebing. 30.01.2022 - 17:09 Uhr Artikel anhören

Gabriel Felbermayr (l.) ist Direktor des Österreichischen Instituts für Weltwirtschaftsforschung. Stefan Liebing ist Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Conjuncta GmbH und Honorarprofessor an der Hochschule Flensburg.

(Foto: Getty Images/ifw Kiel)

Foto: Handelsblatt

Die Dimensionen der deutschen Außenwirtschaft sind vielen anscheinend nicht bewusst: Vor der Coronakrise lag der Anteil des Exports am deutschen Bruttoinlandsprodukt bei 47 Prozent, jener der Importe bei 42 Prozent. Damit lagen die Anteile jeweils mehr als zehn Prozentpunkte über den Werten der anderen G7-Länder. Gut zwölf Millionen Arbeitsplätze hängen hierzulande direkt oder indirekt von der Außenwirtschaft ab.

Und es war vor allem der Export, der jüngst zu einer zügigen Erholung vieler Branchen beigetragen hat. Politisch ist dieser Wirtschaftsbereich angesichts seiner Bedeutung aber deutlich unterbelichtet. Denn die Herausforderungen unserer außenwirtschaftlichen Beziehungen werden nach der Krise nicht geringer.

Die Umsetzung einer ganzen Reihe jahrelang verhandelter Freihandelsabkommen steht ebenso auf der Agenda wie der Aufbau neuer Beziehungen zu Partnerländern, die nach der Krise eine größere Rolle für die deutsche Außenwirtschaft spielen werden als zuvor.

Wie sich Deutschland gegenüber China und den USA positioniert, ist weiterhin unklar, eine Antwort auf Expansionsbemühungen staatlich gelenkter Volkswirtschaften in Schwellen- und Entwicklungsländern fehlt weitgehend. Die Bedingungen für Auslandsinvestitionen und Außenhandel der deutschen Wirtschaft haben sich in den vergangenen Monaten deutlich verändert. Eine Strategie, wie darauf politisch zu reagieren ist, müsste rasch entwickelt werden.

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