Märkte Insight: Anleger stürzen sich auf Schrottanleihen – doch das Ausfallrisiko steigt

Fed-Chef Jerome Powell hat die Risikofreude der Investoren erst einmal etwas gebremst, erklärt Handelsblatt-Redakteurin Andrea Cünnen.
Foto: HandelsblattJerome Powell hat die Risikofreude der Investoren erst einmal etwas gebremst. Bei seinem Auftritt vor dem US-Kongress hat sich der Chef der US-Notenbank die Möglichkeit weiterer Zinserhöhungen offengehalten. Damit verkündete Powell zwar nichts Neues. Trotzdem nahmen Investorinnen und Investoren seine Worte zum Anlass, um an den Aktienmärkten Gewinne mitzunehmen.
Dennoch ist die bisherige Entwicklung an den Börsen in diesem Jahr beeindruckend, und das sowohl in den USA als auch in Europa. Deutschlands Leitindex Dax gewann seit Jahresanfang rund 13 Prozent, der Euro-Zonen-Leitindex Euro Stoxx 50 legte elf Prozent zu. Anleger sind beeindruckt davon, wie gut viele Unternehmen bislang die Herausforderungen aus steigender Inflation und hohen Zinsen gemanagt haben. Außerdem hoffen sie auf einen nur milden Wirtschaftsabschwung und gehen deshalb ins Risiko.
Das zeigt sich nicht nur bei Aktien. Auch am Markt für Unternehmensanleihen sind vor allem die Zinspapiere gefragt, die despektierlich Junkbonds (Schrottanleihen) genannt werden. Das sind Anleihen von Unternehmen mit schwacher Bonität und hohem Ausfallrisiko. Als Entschädigung für das Risiko bieten sie hohe Zinsen.