Märkte Insight: Warum der Hype um Nvidia nur kurz andauern dürfte

An den europäischen Börsen ließen sich die Investoren nur sehr kurz von der Euphorie um Nvidia anstecken, erklärt Anke Rezmer, Co-Teamleiterin Geldanlage im Finanzressort.
Foto: HandelsblattEs waren schon verblüffende Vergleiche, die im Vorfeld der Quartalszahlen des US-Chipherstellers Nvidia gezogen wurden. Für einige Analysten war die Vorstellung des Zwischenergebnisses des Konzerns für die künftige Richtung an den Aktienmärkten genauso wichtig wie das alljährliche Treffen der Elite der internationalen Notenbanker in Jackson Hole, bei dem nichts weniger verhandelt wird als die Zukunft der globalen Geldpolitik.
Nvidia gelang dann auch noch das Kunststück, die extrem hochgesteckten Erwartungen zu übertreffen. Aber zumindest an den europäischen Börsen ließen sich die Investoren nur sehr kurz von der Euphorie um das Unternehmen anstecken, das zu den größten Profiteuren des Booms beim Thema Künstliche Intelligenz gehört. Dann versanken die Anleger wieder in nervöse Unsicherheit darüber, wie stark die Bekämpfung der Inflation und die Immobilienkrise in China die globale Konjunktur ausbremsen könnten.
Im Sog des Nvidia-Quartalsgewinns von 6,7 Milliarden US-Dollar kletterten europäische Halbleiter-Aktien wie ASML, Infineon und Siltronic zunächst um mehr als zwei Prozent. Auch der deutsche Leitindex Dax sprang kurz in die Höhe. Doch schon gegen Mittag war die Nervosität vor dem Meeting in Jackson Hole wieder das beherrschende Thema. Am Ende schloss der Dax sogar mit einem Minus von 0,7 Prozent bei bei 15.621 Punkten.