USA: Wenn „God, Guns and Trump“ ins Klassenzimmer ziehen
Wer in Deutschland an die Make America Great Again (Maga)-Bewegung denkt, hat wahrscheinlich Washington vor Augen. Oder vielleicht Texas oder Florida. Aber Newport Beach?
Willkommen in meinem Heimatort – einem konservativen Küstenstädtchen in Südkalifornien, das man sonst eher mit Surfern, Sonne und Segelbooten verbindet. Doch aktuell tobt hier ein politischer Kleinkrieg, der beängstigend große Züge trägt. Es geht ums lokale Schulkomitee, das sogenannte School Board – und um die Frage, ob auch unsere Schulen künftig zum ideologischen Schlachtfeld werden.
Das School Board des Newport-Mesa Unified School District entscheidet über Budgets, Lehrpläne, Sicherheit und Schulpolitik für rund 18.000 Schülerinnen und Schüler. Eine wichtige Institution – und eigentlich parteilos. Doch seit Donald Trump wissen wir: Nichts ist mehr zu klein für einen Kulturkampf.
Im Januar dieses Jahres wurde die parteienlose Kirstin Walsh vom Schulvorstand ins Gremium berufen – einstimmig, wohlgemerkt. Walsh bringt beeindruckende Erfahrung mit: über 20 Jahre als pädiatrische Ergotherapeutin, 13 Jahre ehrenamtlich an den Schulen unseres Bezirks aktiv, unter anderem als Vorsitzende der Eltern-Lehrer-Vereinigung an gleich zwei Schulen.