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Bulle & BärEs geht doch noch was bei Börsengängen

Bei Neuemissionen herrschte wegen Corona in diesem Jahr weitgehend Flaute. Nun gibt es Hoffnungszeichen. Doch der richtige Härtetest steht noch bevor.Carsten Herz 07.06.2020 - 16:14 Uhr

Die Amerikanerin steht bei dem erfolgreich an die Börse zurückgekehrten Musiklabel unter Vertrag.

Foto: Reuters

Frankfurt. „A bisserl was geht immer“, wusste schon der fiktive Münchener Stenz Monaco Franze, dem der Regisseur Helmut Dietl in den 1980er-Jahren eine Fernsehserie widmete. Es ist eine bajuwarische Weisheit, deren Gültigkeit sich auch in diesen Tagen wieder beweist. Eigentlich hatte man den Markt für Börsengänge – auf Englisch „Initial Public Offerings“ (IPOs) – für das laufende Jahr schon abgehakt. „Das IPO-Jahr 2020 könnte eines der schlechtesten der vergangenen fünf Jahre werden“, unkte Ralf Darpe, Leiter Equity Capital Markets bei der Société Générale Deutschland, vor wenigen Wochen. Doch inzwischen keimt neue Hoffnung auf: Es könnte dieses Jahr doch noch etwas gehen – zumindest ein bisschen was.

Denn die Hoffnungszeichen sind nicht zu übersehen. Nicht nur die Kaffee-Holding JDE Peet’s legte jüngst in Amsterdam einen gelungenen Börsengang hin. Die Aktien des Anbieters von „Jacobs“- und „Douwe Egberts“-Kaffee starteten mit einem deutlichen Kursplus in den Markt und markierten den bisher größten IPO des Jahres in Europa. Auch in den USA gelang zwei großen Neuemissionen ein erfolgreicher Sprung auf das Aktienparkett.

So kehrte in der zurückliegenden Woche der US-Musikkonzern Warner Music an die Börse zurück – und übertraf bei der Erstnotierung sogar die Erwartungen der Anleger. Der erste Kurs lag acht Prozent über dem Ausgabekurs von 25 Dollar. Warner schaffte damit die bisher größte Emission im laufenden Jahr in den USA. Noch erfolgreicher war der Kurssprung der Softwarefirma Zoom Info, die am ersten Tag des Börsenhandels sogar um mehr als 60 Prozent zulegte.

Das zeigt: Die Atmosphäre an der Börse hat sich etwas gedreht. Dennoch könnte das jüngste Stimmungsbild trügen. Denn es sind bisher vor allem Konzerne, die von der Coronakrise profitieren oder weitgehend unberührt bleiben, die die Gunst der Anleger finden. Der Zulieferer Conti hat dagegen einen geplanten Spin-off seiner Antriebssparte bereits abgesagt. Siemens hält an seinen Plänen für eine Ausgliederung der Energiesparte noch fest.

Doch erst wenn auch klassische Industriefirmen wieder den Fuß auf das Parkett setzen, wird sich erweisen, wie aufnahmebereit der Markt wirklich ist. Die Abspaltung von Siemens Energy könnte so zum Lackmustest werden.

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