Deutsche Bahn: Keinen Dienstwagen für den neuen DB-Chef!

Geht es um selbst erzeugtes Chaos, macht der Deutschen Bahn niemand etwas vor. Endlose Verspätungen und Zugausfälle, fehlende und verwirrende Informationen am Gleis, umgekehrte Zugreihungen und Bordbistros ohne Ware – selbst die „Washington Post“ bringt längst Abenteuergeschichten aus dem „Unternehmen Zukunft“.
Wenig überraschend bleibt sich die Deutsche Bahn damit bis hinein in die Konzernspitze treu. So enttäuschte das Staatsunternehmen auch am Donnerstagnachmittag nicht: Man werde den seit acht Jahren erfolglos amtierenden Vorstandschef Richard Lutz nun rauswerfen. Das verkündete der bislang ideenlos gebliebene Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) kurzfristig.
Ach so. Bleiben soll Lutz natürlich trotzdem, bis ein Nachfolger für den Topposten gefunden ist, was Aufsichtsratschef Werner Gatzer bislang nicht gelungen ist. Entsprechend hofft man nun darauf, dass der Düpierte eifrig den heruntergekommenen und maroden Laden auf Sanierungskurs hält. Ein nettes Beispiel für grenzenlose Naivität.
Zumindest ist Lutz mit seiner Aufgabe vertraut. Anders als Martin Seiler, der Personalchef der Deutschen Bahn. Nach dem Abgang von Levin Holle hatte man ihn eilig zum Interims-Finanzchef bestellt, sozusagen im Zweitjob.