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Kommentar Aktienanleger sollten neue Prioritäten setzen

Der deutsche Aktienmarkt profitierte vor der Corona-Pandemie stark vom Export. Nun müssen sich die Konzerne neu erfinden.
10.09.2020 - 13:14 Uhr Kommentieren
Zukünftig werden die Aktienkurse von anderen Themen bestimmt als in den zurückliegenden beiden Jahrzehnten. Quelle: Getty Images
Kursanzeige an der Frankfurter Börse

Zukünftig werden die Aktienkurse von anderen Themen bestimmt als in den zurückliegenden beiden Jahrzehnten.

(Foto: Getty Images)

München Jahrzehntelang haben die Anleger in Deutschland vom Trend der Globalisierung profitiert. Erst kam die Öffnung des Ostens, dann führte der Warenaustausch mit China zu immensem Wachstum, der viele Aktionäre reich machte. Die Coronakrise führte in den vergangenen Monaten zu einem massiven Einbruch der Wirtschaft. Erst langsam erholen sich derzeit die Exporte.

Von alten Zahlen ist man indes noch weit entfernt. Und ob sie jemals wieder in frühere Dimensionen gelangen, ist zumindest mittelfristig fraglich. Die Experten der BayernLB und des Forschungsinstituts Prognos wagen deshalb einen ganz neuen Ansatz. Es gehe letztlich um nichts weniger, als dass sich Deutschland neu erfinden muss, lässt man von dort wissen.

Neues Geschäftsmodell erforderlich

Für die bisher stark exportabhängigen Unternehmen bedeutet dies, dass sie ihr Geschäftsmodell neu aufstellen müssen. Dafür haben die Experten drei Stoßrichtungen ausgemacht. Zum einen hat sich in den vergangenen Jahren bereits der Bereich Dienstleistungen gut entwickelt. Hier sind die deutschen Konzerne auch für die Zukunft gut aufgestellt.

Das gilt in gleichem Maße für das Umweltsegment, in dem viele Gesellschaften führend sind. Zudem soll der private Konsum manches abfedern, was den Aktiengesellschaften durch geringere Exporte verloren geht.

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Standort erkennen

    Die Aktionäre sollten deshalb besonders darauf achten, dass die Unternehmen in ihrem Portfolio langfristig all diese Themen glaubhaft angehen. Denn in den beiden Jahrzehnten bis 2040 dürften die Aktienkurse von anderen Themen bestimmt werden als in den vergangenen beiden Dekaden.

    Das heißt allerdings nicht, dass der Einfluss des Exports auf die deutschen Aktien in dieser Zeit komplett verschwinden wird. Er wird weiter bedeutend sein. Und doch anders als bisher.

    Denn einen großen wesentlichen Treiber wie China in den vergangenen Jahren wird es künftig nicht mehr geben. Stattdessen sehen die Experten neben den starken Erwartungen für Indien eine Vielzahl an kleineren Volkswirtschaften wie den Irak, die Philippinen oder Vietnam, die stark wachsen.

    Der Export bleibt für deutsche Aktien damit wichtig, er wird nur kleinteiliger.

    Mehr: Schlechte Nachrichten können die Anleger nicht mehr schocken

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