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Kommentar Angst lähmt an der Börse, cool sein hilft

Die Furcht vor dem Coronavirus hat die Aktienkurse einbrechen lassen. Aber das Ende der Verlustphase naht. Anleger können sich schon auf einen Wiedereinstieg vorbereiten.
03.03.2020 - 19:49 Uhr Kommentieren
Die Ausbreitung des Virus belastet den Handel. Quelle: AFP/Getty Images
Verkäuferin in einem Geschäft in Yueyang, China

Die Ausbreitung des Virus belastet den Handel.

(Foto: AFP/Getty Images)

Mysophobie an der Börse? In gewisser Weise ja. Mediziner beschreiben mit dem Fachbegriff die Angst vor Krankheit durch Kontakt mit Bakterien und Viren. Betroffene leiden häufig unter Waschzwang. Das mag in der aktuellen Corona-Lage kein Nachteil sein. Doch Finanzexperten beschäftigt eher die klassische Angst im Sinne von gefühlter Bedrohung durch Aktien-Kursverluste.

Bester Indikator für diese Furcht ist der Volatilitätsindex, im Branchensprech gerne auf „Vix“ verkürzt. Er extrahiert am Leitfinanzmarkt Wall Street die erwarteten Wertschwankungen der Anleger aus den Optionspreisen für den S&P 500. Der Vix verharrte lange auf historischem Tief.

Die Anleger waren also furchtlos. Doch binnen weniger Tage hatte sich das Angstbarometer wegen der Corona-Sorgen mehr als verdoppelt. So kippte der weltweite 13-Prozent-Kurseinbruch bei Aktien in der vergangenen Handelswoche eine vorher gelassene Stimmung ins Gegenteil.

Die Bekämpfung der Epidemie könnte mehr Schaden anrichten als das Virus selbst. Und eine Ausbreitung über den ganzen Globus scheint nicht mehr zu stoppen. Einschränkungen des Handels durch die Eindämmungsmaßnahmen aber bremsen die Konjunktur. Die OECD als Organisation der entwickelten Länder sieht im Virus die größte Bedrohung für die Weltwirtschaft seit der Finanzkrise. Es besteht durchaus die Gefahr, dass die Anleger nur noch schwarz sehen. Sie bekommen vielleicht sogar Angst vor der eigenen Angst, unter Medizinern als Phobophobie bekannt. In diesem Fall wären auch echte Panikverkäufe denkbar.

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    Investoren könnten zwar noch etwas Zeit brauchen, um in typischer Weise nach vorn zu blicken – auf die Zeit nach der Virenwelle. Das dürfte allerdings nicht mehr lange dauern. Für bewegliche Anleger kommt es darauf an, rechtzeitig vor den sich bessernden Meldungen über die Krankheitsausbreitung Aktien zu kaufen.

    Der potenzielle Feind steckt im eigenen Körper. Und dieser Gegner ist nicht viral unterwegs. Er lähmt das eigene Denken und Tun: Es braucht den coolen Mut zur Kauforder, wenn die Nachrichtenlage noch trübe scheint. Der Mediziner kennt aus seiner Praxis solche Ängste vor Entscheidungen. Er nennt sie Kairophobie.

    Mehr: Wer hilft den Finanzmärkten in der Corona-Krise? Es gibt eine Antwort auf die Frage.

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