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DividendenstrategieBei diesen Aktien locken nach dem Einbruch an den Börsen hohe Renditen

Hinter den Aktienmärkten liegt die schlimmste Woche seit 2008. Das macht die Aktien von Unternehmen mit hohen und vor allem verlässlichen Dividenden interessant.Ulf Sommer 02.03.2020 - 08:57 Uhr

Der Chemieproduzent weist unter allen Unternehmen aus dem Dax, die seit mindestens zehn Jahren ihre Dividende nicht mehr kürzen, die höchste Dividendenrendite auf.

Foto: obs

Düsseldorf. Wie es bei einem Crash üblich ist, geraten auch in der Corona-Krise die Aktien aller Unternehmen unter Druck. Das macht die Börse für Anleger interessant, die schon lange darauf warten, ihr zinsloses Geld anzulegen. Eine Möglichkeit sind dividendenstarke Aktien von Unternehmen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit ihre Ausschüttung nie senken und möglichst oft erhöhen.

Allein mithilfe der Dividenden lassen sich so ein paar Hundert Euro jährlich dazuverdienen. Denn die meisten Unternehmen erhöhen in diesem Frühjahr ihre Dividenden. Daran ändert auch der Crash in der vergangenen Woche nichts, bei dem der Dax mehr als zwölf Prozent verlor.

Stark fallende Kurse bei gleichzeitig steigenden Dividenden – das erhöht die Dividendenrenditen. Sie errechnen sich aus der Relation zwischen dem Aktienkurs und der Ausschüttung je Aktie. Mit einigen Aktien lassen sich jetzt vier und mehr Prozent Rendite einfahren.

Dazu zwei Beispiele: 100 BASF-Aktien mit einer Kaufsumme von aktuell 5400 Euro bringen 330 Euro an Dividenden. Der nächste Zahltag ist nach der Hauptversammlung am 30. April. Mit 50 Allianz-Aktien, die aktuell 9750 Euro kosten, hätten Anleger 480 Euro an Dividenden.

Spätestens an dieser Stelle ist der Einwand berechtigt, dass die Dividenden zwar im laufenden Jahr sicher sein dürften, aber keinesfalls für die Zeit darüber hinaus. Das stimmt. BASF hat zuletzt vor gut einem Jahrzehnt die Dividende gesenkt. Für das Geschäftsjahr 2009 gab es nur 1,70 Euro, nachdem es im Jahr davor noch 1,95 Euro waren.

Allerdings: Nur ein Jahr später freuten sich die Aktionäre über 2,20 Euro je Aktie, und in den Folgejahren wurde es immer mehr. In diesem Frühjahr dürften es wohl 3,30 Euro sein, nach 3,20 Euro im Jahr davor.

Zuverlässige Dividendenzahler im Dax gibt es viele. Das Handelsblatt stellt die Aktien von jenen Unternehmen vor, die ihre Dividende seit mindestens zehn Jahren nicht mehr gesenkt haben – und die darüber hinaus auch noch mit hohen Dividendenrenditen überzeugen.

Allianz

Aktionäre der Allianz kommen nach dem Kurseinbruch auf eine Dividendenrendite von 4,9 Prozent. Der Versicherer erhöht in diesem Frühjahr die Ausschüttung von neun Euro im vergangenen Jahr auf 9,60 Euro je Aktie. Es ist die siebte Anhebung in Folge.

Die letzte Kürzung liegt lange zurück: 2009 für das Geschäftsjahr 2008. Damals kürzten fast alle Unternehmen ihre Ausschüttungen, nachdem die Konzerngewinne infolge der schweren Finanz- und Wirtschaftskrise eingebrochen waren.

BASF

Mit 6,1 Prozent weist BASF unter allen Unternehmen aus dem Dax, die seit mindestens zehn Jahren ihre Dividende nicht mehr kürzen, die höchste Dividendenrendite auf. Der Chemieproduzent verspricht Anlegern seit Jahren, die Dividende in guten Jahren zu erhöhen und sie in schlechteren Zeiten konstant zu halten.

Konzernchef Martin Brudermüller legte die Messlatte seiner Vorgänger noch eine Stufe höher, indem er ankündigte, die Ausschüttung künftig immer erhöhen zu wollen. Für das abgelaufene Geschäftsjahr steigt die Dividende um zehn Cent auf 3,30 Euro je Aktie, kündigte BASF am Freitag an. Damit liegt die Dividende doppelt so hoch wie noch vor einem Jahrzehnt. Seit dem Geschäftsjahr 2010 ist die Dividende jedes Jahr gestiegen.

Bayer

Beim Pharmariesen Bayer steigen die Dividenden seit dem Geschäftsjahr 2010 ununterbrochen. Die letzte Kürzung gab es 2004 für das Geschäftsjahr 2003. Nach dem jüngsten Kursrutsch an den internationalen Börsen streichen Bayer-Aktionäre eine Dividendenrendite von 4,4 Prozent ein.

Dass aber auch hohe Renditen und eine große Dividendentradition selbst einen großen Kursabsturz nicht verhindern können, mussten Bayer-Aktionäre leidvoll erfahren, als der Konzern den umstrittenen Saatguthersteller Monsanto kaufte. Die Aktie verlor anschließend gut die Hälfte an Wert.

Inzwischen scheint zumindest dieser Absturz beendet, seitdem die Aussichten für einen Vergleich zwischen Bayer und den Anwälten von Klägern gestiegen sind, die sich durch das von Monsanto produzierte Unkrautvernichtungsmittel Roundup geschädigt fühlen.

Deutsche Post

Zu den zuverlässigsten Dividendenzahlern im Dax zählt der einstige Staatskonzern, die Deutsche Post. Die Ausschüttungen steigen zwar langsam, dafür aber stetig.

Ein Profiteur ist übrigens immer noch der deutsche Staat und damit der Steuerzahler. Die staatliche Förderbank KfW hält gut 20 Prozent der Anteile. Von der gesamten Ausschüttungssumme in Höhe von 1,4 Milliarden Euro verbleiben immerhin knapp 300 Millionen Euro Jahr für Jahr beim Staat.

Wer aktuell Post-Aktien kauft, kommt auf eine Dividendenrendite von 4,2 Prozent.

Fresenius

Fresenius ist für Dividenden-Jäger eine ganz besondere Aktie. Die Dividendenrendite liegt nur bei vergleichsweise mickrigen 2,0 Prozent. Das ist unter dem Dax-Durchschnitt, der bei über drei Prozent liegt. Aber die Ausschüttungen bei Fresenius haben andere Vorteile. Der Gesundheitskonzern erhöht in diesem Frühjahr zum 27. Mal in Folge seine Dividende. Das ist einmalig in Deutschland. Pro Aktie gibt es diesmal 84 Cent, vor zehn Jahren waren es noch 25 Cent.

Möglich wird solch eine Kontinuität durch eine besonnene Ausschüttungspolitik. Der Gesundheitskonzern lässt seine Dividenden in Einklang mit dem Ergebnis je Aktie (vor Sondereinflüssen) steigen.

Die Ausschüttungsquote, also der Anteil vom Nettogewinn, soll stets in der Bandbreite von etwa 20 bis 25 Prozent gehalten werden. Das ist relativ wenig. Bei den meisten Unternehmen sind Ausschüttungsquoten zwischen 40 und 60 Prozent üblich. Doch die niedrige Quote lässt Fresenius viel Spielraum, auch in schlechteren Zeiten die Dividende leicht zu erhöhen.

Munich Re

Ob aktuell unter Joachim Wenning, seinem Vorgänger Nikolaus von Bomhard oder dessen Vorgängern Hans-Jürgen Schinzler und Horst Jannott: Seit 50 Jahren hat der Rückversicherer Munich Re – der Konzern verwendet aber auch seinen deutschen Namen Münchener Rück – seine Dividende nie gesenkt.

Anleger fuhren allein mit den Dividenden stets eine Jahresrendite zwischen drei und fünf Prozent ein. Aktuell sind es 4,4 Prozent. Der Kurs schwankt nach oben und unten, die Dividende dagegen kennt nur eine Richtung: nach oben.

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Siemens

Eine Dividendenrendite von 4,3 Prozent gibt es mit Aktien von Siemens. Doch Vorsicht, in diesem Jahr haben die Münchener bereits gezahlt, die nächste Ausschüttung erfolgt erst Anfang 2021. Grund dafür ist das bei Siemens stets Ende September endende Geschäftsjahr. Der Elektronik-, Technologie- und Industriekonzern überzeugt seit Langem mit hohen Dividenden. Die letzte Kürzung gab es vor fast zwei Jahrzehnten im Geschäftsjahr 2001. Seitdem stieg die Dividende um 290 Prozent auf 3,90 Euro je Aktie.

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