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KommentarBergkarabach-Konflikt: Russland und die Türkei sind offenbar zu allem bereit

Russlands Luftschläge in Syrien sind die Antwort auf die Einmischung der Türkei im Bergkarabach-Konflikt. Dieser droht nun zu eskalieren.André Ballin 28.10.2020 - 17:22 Uhr Artikel anhören

Die Türkei mischt sich offen in den Bergkarabach-Konflikt ein, das missfällt Russland.

Foto: dpa

In Idlib fallen seit Kurzem wieder Bomben. Denn Russland hat ein Ausbildungslager der protürkischen Miliz „Faylaq al-Sham“ attackiert. Der Angriff auf die syrische Krisenregion, um die es seit dem Frühjahr verhältnismäßig ruhig geworden war, forderte Dutzende Todesopfer.

Während sich die syrischen Kämpfer nun über einen groben Verstoß gegen die Waffenruhe echauffieren, rechtfertigt der Kreml die Luftschläge als Kampf gegen den Terror.

Vor allem aber ist es aus Moskauer Sicht eine Antwort auf die türkische Einmischung in den armenisch-aserbaidschanischen Konflikt um die Region Bergkarabach.

Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan macht aus seiner Unterstützung für den aserbaidschanischen Diktator Ilham Alijew keinen Hehl. Wenn nötig, werde Ankara Baku Waffenhilfe leisten, versprach er. Dabei ist die Türkei bereits jetzt stark in den Konflikt involviert.

Die Bayraktar-Drohnen aus der Fabrik von Selcuk Bayraktar, Erdogans Schwiegersohn, sind wesentlicher Bestandteil der aserbaidschanischen Offensive in Bergkarabach.

Zudem gibt es zahlreiche Berichte darüber, dass Ankara dem Land mit Militärberatern hilft und sogar syrische Kämpfer ins Kriegsgebiet schleust.

Rote Linie wurde überschritten

Aus Erdogans Sicht ist das Zündeln im Kaukasus nur die Fortsetzung der geopolitischen Partie um den Nahen Osten, bei der die Türkei im Frühjahr in Syrien ihre Grenzen aufgezeigt bekam. Die Revanche auf Kosten der Armenier ist allerdings hochgefährlich.

Zwar scheut Russland im Kaukasus vor einem offenen Konflikt mit der Türkei zurück. Erstens, weil Moskau mit der Ukraine und nun auch Weißrussland im Westen genug Probleme hat. Zweitens, weil Kremlchef Wladimir Putin es sich aus strategischen und persönlichen Gründen nicht mit dem Staatschef der ölreichen GUS-Republik Aserbaidschan verderben will.

Doch mit der Entsendung der syrischen Freischärler in den Kaukasus ist für den Kreml die rote Linie überschritten. Hatte Putin seinerzeit doch das russische Eingreifen in Syrien damit begründet, nicht darauf warten zu wollen, dass die Terroristen in den Kaukasus vorrücken.

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Das Bombardement der Idlib-Kämpfer ist nach Einschätzung der regierungsnahen „Iswestija“ daher nur ein „Warnsignal, dem ganz andere Handlungen folgen können“. Und tatsächlich droht eine massive Eskalation des Konflikts. Denn Russland hat die Beziehungen und das militärische Potenzial, neben dem Syrien- auch den Libyenkonflikt ganz schnell wieder anzuheizen.

Keine guten Aussichten. Wenn die Konflikte im östlichen Mittelmeer eskalieren, wird es auch in Europa schnell wieder ungemütlich.

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