Kommentar: Die Börsenkorrektur war überfällig

Der Einbruch an den Weltbörsen nimmt inzwischen eine Dimension an, die mit dem Begriff Korrektur nicht mehr zu fassen ist. Der Dax minus 4,5 Prozent seit Donnerstagabend, der amerikanische S&P 4,7 Prozent, der Nikkei sogar 17,5 Prozent, allein am Montag gut zwölf Prozent. Das ist ein veritabler Crash. Ein Börsenwert von mehr als drei Billionen Dollar wurde damit allein an den drei Börsenplätzen seither vernichtet.
Lange Zeit schienen die Märkte die Großrisiken für die Weltwirtschaft zu ignorieren, die es nicht erst seit vergangenem Freitag gibt, sondern die seit Jahren vor sich hin schwelen.
Die Liste der Unsicherheitsfaktoren ist ebenso lang wie Furcht einflößend: die epochale Rückkehr der Inflation, der verzweifelte und fast unmögliche Balanceakt der Notenbanken, diese mit kräftigen Leitzinsanhebungen zu bekämpfen, ohne die Volkswirtschaften in eine Rezession zu treiben, die fast überall rapide ansteigende Staatsverschuldung und schließlich die geopolitischen Risiken rund um den Nahostkonflikt, den Ukrainekrieg und die drohende Taiwaninvasion.