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Kommentar Die hohe US-Inflation ist ein gutes Zeichen

Die starke Preissteigerung spiegelt die Erholung von Corona wider. Aber für die Notenbank wird es schwieriger, die Kontrolle zu behalten.
13.07.2021 - 19:58 Uhr Kommentieren
Der Chef der US-Notenbank Fed steht vor einem Balanceakt angesichts der steigenden Inflation. Quelle: AP
Fed-Chef Jerome Powell

Der Chef der US-Notenbank Fed steht vor einem Balanceakt angesichts der steigenden Inflation.

(Foto: AP)

In den USA sind die Verbraucherpreise im Juni um 0,9 Prozent gestiegen und lagen um 5,4 Prozent über dem Vorjahreswert. Beide Prozentzahlen waren höher als erwartet und so hoch wie seit 13 Jahren nicht mehr.

Grund zur Sorge? Zunächst steckt eine gute Nachricht darin: Die US-Wirtschaft, deren Stärke ja weltweiten Einfluss hat, erholt sich schneller als erwartet. Die US-Bürger kaufen und konsumieren wieder. Die Wirtschaft ist gut ausgelastet, in einigen Bereichen auch überlastet, deswegen steigen die Preise.

Klar ist auch: In den USA wird zwar viel von Inflation gesprochen, aber die eigentliche Sorge gilt zunächst den Kapitalmärkten, dann der US-Wirtschaft und erst danach den Preisen selbst. Jede hohe Prozentzahl bei den Preisen weckt die Sorge, dass die US-Notenbank (Fed) eingreifen muss und damit zuerst die Börse unter Druck bringt und – wenn sie nachhaltig einen härteren Kurs einschlägt – die schöne Erholung gleich wieder abwürgt.

Die gute Nachricht: Die Fed hat sich strategisch festgelegt, im Zweifel etwas abzuwarten mit einer Straffung ihrer Geldpolitik. Sie wird also nicht überhastet reagieren. Zugleich gilt, übrigens auch für Europa: Notenbanken können wirkungsvoller eine zu hohe als eine zu niedrige Inflation bekämpfen. Wenn es nötig ist, die Preise zu bremsen, wird die Fed es deswegen auch schaffen.

Auf der anderen Seite ist die Gemengelage schwierig. Noch mehr Sorgen als die Inflation selbst machen Geldpolitikern die Inflationserwartungen. Wenn die einmal den Anker verloren haben, wird es schwieriger, die Preise wieder einzuholen. In Europa ist davon noch nichts zu spüren, aber in den USA stieg dieser Wert, basierend auf Umfragen, zuletzt sehr deutlich auf 4,8 Prozent erwartete Preissteigerung binnen Jahresfrist. Die Fed nimmt diese Umfragen sehr ernst, weil sie weniger von Verzerrungen betroffen sind als die aus Marktdaten abgeleiteten Erwartungen.

Hinzu kommt: Eine wichtige Komponente bei der steigenden Inflation sind die Wohnkosten, die nicht durch eine kurzfristige Anhebung der Kapazität gebremst werden können und weniger als zum Beispiel Benzinpreise zu kurzfristigen Schwankungen neigen.

Die Fed hat also einen Balanceakt zu bestehen. Sie muss die Inflationserwartungen dämpfen und gleichzeitig vermeiden, die Wirtschaft selbst zu stark zu dämpfen. Sie ist Teil des gewaltigen Experiments, die Wirtschaft mit hohen Staatsausgaben aufzupumpen, ohne die Kontrolle zu verlieren. Das ist riskant – aber es kann sehr wohl gelingen.

Mehr: US-Inflationsrate bei 5,4 Prozent – Verbraucherpreise steigen stärker als erwartet

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