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KommentarDie Ölkonzerne setzen auf Donald Trump – das ist gefährlich

Der US-Präsident hat die Ölbranche stets unterstützt. Das könnte für Exxon, Chevron und Co. gefährlich werden – und zwar nicht nur, wenn Joe Biden die Wahl gewinnt.Kathrin Witsch 30.10.2020 - 19:18 Uhr Artikel anhören

Der US-Präsident hat den Ölkonzernen das Leben in den vergangenen vier Jahren ganz schön leicht gemacht. 

Foto: REUTERS

Düsseldorf. Für die US-amerikanische Ölindustrie geht es bei der kommenden Präsidentschaftswahl ums Ganze. Unternehmen wie Chevron, Exxon Mobil oder Conocophillips haben ihren Wagen nämlich ohne Wenn und Aber an den republikanischen Amtsinhaber Donald Trump gehangen. 

Kein Wunder, waren die vergangenen vier Jahre unter dem fossil-freundlichen Präsidenten doch recht angenehm für die Energieriesen. 

Unter Trump haben sich die regulatorischen Umweltauflagen immerhin massiv zugunsten der Ölindustrie verschoben und die USA sind dank ihres Schieferölbooms zu dem größten Ölproduzenten der Welt aufgestiegen. Damit das auch so bleibt, steckt die mächtige Industrie ordentlich Geld in Trumps Kampagne. 

Fast 13 Millionen Dollar sollen Vertreter der Öl- und Gasbranche laut der Lobby-Watch-Organisation OpenSecrets bislang gespendet haben. Für den demokratischen Gegenkandidaten Joe Biden dagegen kamen gerade mal 976.000 Dollar zusammen. Das ist wenig überraschend, würde ein Sieg Bidens die nordamerikanischen Öl- und Gaskonzerne doch vor ein regelrechtes Existenzproblem stellen.

Während Trump nach dem Motto „Prime the Pump“ regiert, hat Biden schon jetzt einen harten Kurswechsel in Sachen Energiepolitik angekündigt. Scharfe Restriktionen für neue Öl- und Gasprojekte, strenge Auflagen für Methanemissionen bei Bohrungen und viel mehr Geld für Solar-, Wind- und andere Erneuerbaren-Projekte.

Für die amerikanischen Öl- und Gaskonzerne wäre das eine Zäsur. Denn anders als ihre europäischen Kollegen setzen Exxon, Chevron und Co. auch in Zukunft alles auf eine Karte – und die heißt Öl. 

Während die europäischen Multis mit einem Strategieschwenk in Richtung grüne Energien reagieren, investieren die US-Konzerne weiter stur in Öl und Gas. Unter einem Präsidenten Joe Biden könnte diese Wette allerdings schnell nach hinten losgehen. Aber selbst mit einer zweiten Amtszeit von Trump ist die Hoffnung auf eine fossile Zukunft riskant und könnte sich als schwerwiegender Fehler erweisen.

Immer mehr Experten gehen davon aus, dass die Ölnachfrage spätestens zwischen 2025 und 2030 zurückgehen wird. Erneuerbare Energien werden immer günstiger und nach und nach führen immer mehr Länder CO2-Preise in relevanter Höhe ein. Alles auf die fossile Karte zu setzen scheint da keine besonders gute Idee. 

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Bleibt nur zu hoffen, dass Exxon und Co. irgendwo in einer Schublade doch noch einen Plan für den eigenen „Green Deal“ versteckt haben. Sonst könnte es im schlimmsten Fall schon bald für die verhätschelten Trump-Lieblinge ziemlich unangenehm werden. 

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