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KommentarDie wilde Spekulation in der Kryptowelt wird zur Gefahr für die Innovation

Der Absturz von Bitcoin und Co. erschüttert das Vertrauen in die Avantgarde der technischen Entwicklung der Branche. Dezentrale Finanzanwendungen könnten um Jahre zurückgeworfen werden.Michael Maisch 22.06.2021 - 17:39 Uhr Artikel anhören

Auf der Datenbanktechnik, die hinter Ether steckt, basieren die meisten Netzwerke von Decentralized Finance.

Foto: Reuters

Die vergangenen Wochen waren keine guten für Kryptowährungen. Der Bitcoin sackte am Dienstag unter die Marke von 30.000 Dollar, im März war er noch mehr als 60.000 Dollar wert. Diese Baisse untergräbt nicht nur das Vertrauen in die etablierten digitalen Devisen, sondern auch in einen Bereich der Kryptowelt, der als die Avantgarde der technischen Entwicklung im Finanzwesen gelten kann: Decentralized Finance oder kurz Defi.

Dahinter verbirgt sich ein Netzwerk aus dezentralen Anwendungen, über die die Nutzer digitale Assets handeln, leihen und verleihen können. Gesteuert wird das Ganze über die Blockchain-Technik, die auch hinter dem Bitcoin steckt, und programmierbare intelligente Verträge. In ihrer reinen Form kommen die Defi-Protokolle ohne Intermediäre wie Banken oder Börsen aus. Die Pioniere der Bewegung sind mit dem Versprechen angetreten, ein demokratischeres und gerechteres Finanzsystem zu schaffen.

Aber ähnlich wie bei den Tumulten um Aktien wie Gamestop, bei denen sich Kleinanleger zusammenscharten, um den angeschlagenen US-Videospielehändler vor Attacken von Hedgefonds zu schützen, mischen sich auch beim Thema Defi Idealismus und Spekulation auf ungesunde Weise.

Das Defi-Universum ist in den vergangenen Monaten rasant gewachsen. Vor einem Jahr war erst rund eine Milliarde Dollar in Defi-Projekte investiert, bis Mitte Mai ist diese Summe auf knapp 90 Milliarden gestiegen, allerdings ist das Volumen seither auch wieder um über ein Drittel eingebrochen. Dieser Rückschlag zeigt, wie zart das Innovationspflänzchen noch immer ist.

Eine Korrektur ist keine schlechte Sache für die Defi-Welt. Sie führt zu einem Ausleseprozess, der die abenteuerlichsten Projekte vom Markt tilgen wird. Nimmt die Spekulation allerdings überhand, dann kann die Korrektur so heftig ausfallen, dass sie das gesamte Defi-Projekt gefährdet – oder zumindest um Jahre zurückwirft.

Die Kryptowelt lockt viele Investoren, weil es hier im Unterschied zum etablierten Finanzsystem noch attraktive Renditen zu verdienen gibt. Aber per definitionem kann es im dezentralen Finanzsystem keine zentrale Überwachung geben, wie der US-Milliardär Mark Cuban gerade schmerzhaft feststellen musste: Der Financier verlor 75.000 Dollar, als das Defi-Projekt, in das er investiert hatte, plötzlich kollabierte.

Das Geld, das Cuban verloren hat, kann er locker verschmerzen, aber sein Stimmungswandel zeigt, wo die Gefahren für Defi liegen. Vor ein paar Tagen lobte der Milliardär das anarchistische Innovationsbiotop noch über den grünen Klee, jetzt fordert er den massiven Einsatz der Regulierer.

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